Vereinbarkeit Familie und Beruf
Shownotes
In dieser Episode der Gesundheitsarena dreht sich alles um die spätere Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Job. Wo klappt das besser? Im Klinikalltag oder in der eigenen Praxis? Unser Moderationsteam Martin Eulitz und Medizinstudentin Ariane Berner spricht mit unserem Gast Dr. Katja Tritzschler über harte Realitäten im stationären Schichtbetrieb und die Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten einer eigenen Hausarztpraxis.
👥 Zu Gast:
Dr. Katja Tritzschler – Fachärztin für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Manuelle Medizin, seit 2018 niedergelassene Hausärztin in Moosach bei Ebersberg, Mutter von zwei Kindern.
🎯 Darüber sprechen wir:
🔵Werdegang und Ausbildungsschwerpunkte: Chirurgie, Notaufnahme, Kardiologie/Intensivmedizin an diversen Krankenhäusern. 🔵Die harte Landung nach dem Studium: das erste Assistenzarztjahr in der Klinik. 🔵Warum flache Hierarchien in kleineren Häusern Gold wert ist. 🔵12-Stunden-Schichten in der Notaufnahme 🔵Der Weg zu Plan B: Mehr Flexibilität in der Hausarztpraxis.
🎧 Ideal für:
🔵Medizinstudierende, die Respekt vor den Arbeitszeiten im ersten Assistenzarztjahr haben und nach Perspektiven suchen, wie sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. 🔵Ärzt*innen in Weiterbildung, die erfahren wollen, warum für die Allgemeinmedizin-Weiterbildung mittlerweile nur noch ein einziges Jahr Klinikzeit verpflichtend ist. 🔵Mütter und Väter in der Medizin – die eine gerechte Aufteilung der Familienzeit anstreben und aus der starren Klinikhierarchie ausbrechen wollen. 🔵Zukünftige Praxisinhaber*innen – die wissen möchten, wie man durch gutes Netzwerken und verlässliche Strukturen selbstbestimmt arbeitet.
📌 Weiterführende Links:
🔵KoStA (Koordinierungsstelle für Ärztliche Weiterbildung): zentrale Anlaufstelle in Bayern für die Förderung der fächerübergreifenden fachärztlichen Weiterbildung: https://www.kvb.de/nachwuchs/weiterbildung/kosta/
🔵KWAB (Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Bayern): Das perfekte 5-Jahres-Curriculum mit Seminaren (SemiWAM) von Dozentinnen aus dem echten Leben zum optimalen Netzwerken unter Kolleginnen: https://www.kwab.de
🔵Mehr Informationen zu Niederlassungsmöglichkeiten in Bayern: https://www.kvb.de/kuenftige-mitglieder/praxisstart/niederlassungsangebot
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ich habe meinen Sohn, der Finn, der ist jetzt achtzehnt.
00:00:02: Den habe ich im Studium bekommen.
00:00:04: Das war das erste Kind.
00:00:05: Im Studium waren mir auch damals eine Empfehlung als er kriegt das erste kind im studium dass es gut Habe ich dann gemacht.
00:00:11: ich war scheinfrei und hab das Kind gekriegt.
00:00:12: also ich habe das gut getimt.
00:00:14: Dann war ich anderthalb Jahre in der Chirurgie dann bin ich schwanger geworden Bin ein Jahr zu Hause geblieben Und dann wollte ich zurück in die Chirurgie und das war die große Herausforderung.
00:00:23: Ich habe keine stelle bekommen frau mit zwei Kindern.
00:00:27: Da war der Finn damals fünf, die Hannah an Jahr.
00:00:31: Ich hab keine Stelle bekommen.
00:00:32: also brauch dich.
00:00:32: im Plan B
00:00:38: Die Gesundheitsarena Ärzte Nachwuchs im Gespräch Mit Medizinstudentin Ariane Berner
00:00:44: und Martin Eulitz von der KV
00:00:46: Bayerns Herzlich willkommen in der Gesundheitsarena.
00:00:52: Und heute sprechen wir über ein Thema das viele junge Ärztinnen und Ärzten sehr bewegt und dass für sie eigentlich entscheidend ist Beruf und von Familie oder wie man Neudeutsch so schön sagt, Work-Live Balance.
00:01:06: Wie kann ich die bestmöglich gestalten?
00:01:09: Und dazu habe ich wie immer Ariane neben mir hier stehen.
00:01:12: Sie lächelt schon und freut sich auf die heutige Folge!
00:01:15: Ja genau, hallo erstmal von mir.
00:01:17: Ich bin auch schon sehr gespannt weil das ja auch ein Thema ist was uns Medizinstudierenden eigentlich von Anfang an so bisschen begleitet, weil wir einfach die Geschichten auch hören Sistenzärzen und Oberärzten, wie sie einfach damit umgehen.
00:01:29: Und dann hat man eigentlich auch schon von früh auf wirklich Respekt davor.
00:01:34: Genau da haben wir jetzt auch jemanden ganz tolles bei uns, der uns ein bisschen auch vor einer Praxis erzählen kann.
00:01:40: Ganz genau!
00:01:40: Wir begrüßen heute hier in unserem kleinen recht warmen Studio Dr.
00:01:45: Katja Tritschler.
00:01:46: Sie ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin Manuelle Medizin Seid aus dem Jahr zwei Tausend Achtzehn niedergelassen als Hausärztinnen.
00:01:55: Im Osten Münchens können wir mal sagen, wir wollen ja keine Werbung für die Praxis machen.
00:01:59: Deswegen im Osten Mündchen und Sie kennen sowohl den Klinikbetrieb als auch die ambulante medizinische Versorgung.
00:02:07: Und natürlich als Mutter von zwei Kindern kann sie offensichtlich Beruf und Familie vereinbaren.
00:02:12: Herzlich willkommen Katja!
00:02:13: Hallo und vielen Dank für die Einladung.
00:02:15: und ich möchte gleich was einwenden.
00:02:18: Ich sage immer Work Family Balance und nicht Work Life Balance finde In der heutigen Zeit, wo es eben um Kinder geht immer eigentlich die bessere Variante.
00:02:28: Also von daher ich finde es immer Work-Family Balance gerade in der Hausarztpraxis viel besser
00:02:33: beschrieben.
00:02:34: Dann können wir das gerne so übernommen!
00:02:36: Wir hängen
00:02:37: nicht an
00:02:37: den Begriffen denn ihr ist so...
00:02:40: Ich habe ja schon vorhin angesprochen dass wir Medizinstudierenden ja auch schon früh damit zum Kontakt kommen.
00:02:45: wie kann das dann aussehen für uns?
00:02:47: Und da auch eine Frage, wie ist es denn jetzt wenn du direkt vom Studium kommst im ersten Assistenzarzt?
00:02:52: Ja.
00:02:53: Das ist eine Herausforderung!
00:02:55: Also Ariane ich kann das leider nicht anders beschädigen... Es wird ne Herausforderung sein.
00:02:59: Ich habe meinem ersten Jahr chirurgisch gearbeitet.
00:03:02: Für mich war eigentlich immer klar, ich mache Anästhesie im Studium Ich hab meine Formulaturen gemacht Ich hab mein Piot als Wahlfach-Anästhisie gemacht.
00:03:09: für mich war immer klar Dann hatte ich meinen Piot war wirklich cool.
00:03:13: Ich habe in der Chirurgie rotiert, ich war in der Wisseralchirurgien, in der Unfallchirurgy und in der Gefäßchirugie und hab gesagt, das ist viel besser als auf der anderen Seite.
00:03:22: Deswegen war mein erstes Jahr chirurgisch und ich war im kleinen chirurgischen Haus.
00:03:26: klein heißt wir hatten drei Stationen A-Vierzehnzeigbetten Wir hatten eine Gynecologie, eine Urologie, eine Wisseralkirurgies und die Orthopädie.
00:03:35: Und das Schöne war, wir Assistenzärzte sind überall eingesetzt worden Und ich weiß noch meinen ersten Nachtdienst, den ich dann hatte.
00:03:43: Von dem haben wir halt besonders Respekt.
00:03:45: Ja
00:03:45: genau!
00:03:46: War ich wirklich zuständig für alle drei Stationen fachübergreifend.
00:03:51: und dann habe ich schon gedacht oh Gott wie wird das werden?
00:03:54: Ich hatte ne total nette Kollegin die gesagt hat Katja wenn was ist ruf mich an sagt Steffi ich kann nicht mitten in der nacht und zwei Anrufen wenn ich eine frage hab.
00:04:02: ich sag doch kannst du rufe mich an ich hab mein Handy neben mir das passt es hat mich schon mal total entspannt.
00:04:09: Und dann hat sie auch gesagt, mein Oberarzt der Hintergrund hatte.
00:04:12: Der hat auch gesagt Frau Dritschler rufen Sie mich an wenn was ist und das hat mir so den Rücken gestärkt.
00:04:17: ich habe natürlich nicht angerufen weil es lief alles super.
00:04:19: ja aber das zu wissen im Hintergrund dass man sagt man kann immer anrufen egal zu welcher Tages oder Nachtzeit mit der dümmste Frage die kommt und die hat man am Anfang Das war echt super und das haben wir die erste nacht echt gut getan und ich hab die auch super überstanden.
00:04:35: Aber das ist die große Herausforderung, dass man sagt, oh Gott jetzt bin ich plötzlich zuständig für so viele Patienten.
00:04:42: Ich habe eigentlich gar keine Ahnung!
00:04:43: Ich bin zwar Ärztin aber total unerfahren große Herausforderungen.
00:04:48: Ja eben wenn man direkt aus dem Studium kommt und dann ist man für so viel Personen verantwortlich und man hat ja auch theoretisches Wissen hat man schon, aber halt dieses praktische Wissen fehlt ein.
00:04:59: Wie agiert man in welchen Situationen?
00:05:01: Dann ist es auch auf die Dienste, manchmal die man ja auch hat, der gerade erzählt das ist dann schon.
00:05:07: also stell ich mir einfach wirklich Herausforderungen vor.
00:05:11: Einfach für sich selber.
00:05:13: Wir hatten Gott sei Dank keine vierundzwanzig Stunden wir durften später anfangen.
00:05:16: Also normalerweise gehen glaube ich unser Dienst um halb acht los in der Früh aber wenn wir diesen Nachtdienst hatten sind wir glaube ich erst um zwölf in den Dienst gestartet.
00:05:24: Es war nicht ganz so anstrengend.
00:05:25: Aber Ja!
00:05:26: Das ist die große Herausforderung und ist auch wirklich je kleiner das Haus ist, wo man dann vielleicht auch anfängt.
00:05:32: Gerade in der Klinik, desto besser hab ich es immer empfunden weil je kleiner die Häuser desto familiärer ist es noch.
00:05:39: und dann ist es eher so dass man gut eingearbeitet wird, dass man weiß wie die Abläufe sind, dass Man auch guten Draht zu seinen Oberärzten hat, weil diese sind im Hintergrund ist es selten, dass es irgendein erfahrener Altaussistent ist.
00:05:52: Sondern sind meistens die Oberärzte und die dann anzurufen?
00:05:55: Da hat man immer noch einen Respekt davor!
00:05:57: Das gehen wir auch so... Aber das hat mir damals geholfen, dass wir ein kleines Team waren und das ist so familiär zugegangen.
00:06:04: Also das wäre auch meine Empfehlung nicht in der Uniklinik.
00:06:07: Wenn man universitäre Karriere machen
00:06:09: will, dann muss man... Wollte ich auch sagen...
00:06:11: Ja also wenn man das als Ziel hat ja aber ansonsten eher die kleineren Häuser
00:06:16: Ja, ja.
00:06:17: Auch die Flache hier rieh ist dann wo es angenehmer ist einfach mal auch Nachfragen zu stellen.
00:06:21: Voll!
00:06:21: Genau.
00:06:22: Ich glaube auch vor den Leinen ist das einfach mal ganz neu oder einfach unvorstellbar dass man so lange am Stück arbeiten muss.
00:06:29: Wieso
00:06:29: schaust du jetzt nicht
00:06:30: so an wie von Leier spielst?
00:06:33: Aber das stimmt natürlich.
00:06:34: ich werde auch nie in der Notwendigkeit kommen also ein Dienst zu machen.
00:06:38: was mich interessieren würde.
00:06:39: Wie hast Du denn damals geschlafen?
00:06:42: War das... Mit der ganzen Verantwortung, die du da hattest und mit dem Druckdienst dann gaben.
00:06:47: Und im Hintergrund zu der Gedanke, hab ich das eigentlich ... Hast du da nachts ruhig schlafen können?
00:06:51: Nein!
00:06:52: Also den Nächten... Der Vorteil ist wir hätten schlaven können, wenn wir es gekonnt hätten.
00:06:58: Das war immer das Gute.
00:06:59: Wir hatten wirklich ein Bereitschaftszimmer, wo wir uns zurückziehen konnten mit einem Telefon.
00:07:03: Das Problem ist immer meine größte Sorge.
00:07:05: Ich hör das Telefon nicht.
00:07:06: Wenn ich so tief schlafe und das Telefone klinge, und ich höre's nicht, das war immer meine grösste Sorge.
00:07:11: deswegen war das immer so'n Schlafen auf halb acht.
00:07:14: Das hat sich eigentlich die ganzen Jahre nicht verändert, als so später war ich ja in Neu-Perlach dann in der Kardiologie ab der Hausdienst gemacht ist noch mal was anderes.
00:07:24: da war es dann so.
00:07:25: wir waren dann zu zweit hatten Dienst aber auch immer.
00:07:28: wir wurden per Telefon angerufen und meine Sorge wars dass ich das Telefon nicht höre.
00:07:33: Es gab keine Pipsa mehr, das hat man ja... Ich weiß noch ob's das heute noch gibt, das weiss ich gar
00:07:37: nicht, ich glaube nicht.
00:07:38: Es gibt glaub ich nur noch Telefone Aber meine Sorge war immer, dass man das Telefon nicht hört.
00:07:44: Deswegen hab ich nie gut geschlafen.
00:07:46: Egal wo ich gearbeitet habe ... In welchen Kliniken ich geararbeitet habe?
00:07:51: Nie gut!
00:07:52: Nein...
00:07:53: Auch eine ganz gute Überleitung weil ich hab mich auch immer gefragt wenn man so übermüdet ist.
00:07:57: Man schläft ja nicht.
00:07:58: eigentlich hast du gerade gesagt Wie kann man denn dann gut agieren?
00:08:02: Ist ja verantwortlich für Patienten und auch für Notfälle Und man muss ja dann wirklich auch adäquat agieren.
00:08:08: wie war es für dich?
00:08:11: Gute Frage, Ariane.
00:08:12: Ich hab ehrlicherweise nie drüber nachgedacht.
00:08:14: Das ist dann ... Wenn man mal in dieser Maschinerie der Klinik drin ist, ist das so ein Automatismus und ... Wir haben immer keine vierundzwanzig Stunden gehabt.
00:08:24: Das vielleicht auch immer noch angenehmer.
00:08:27: Ein bisschen?
00:08:28: Wir haben später angefangen, wenn wir wussten, wir haben Dienst was eine totale Herausforderung ist.
00:08:33: ich habe auch in der Notaufnahme gearbeitet zwei Jahre im Dreischichtsystem Und da war es dann schon eine Herausforderung, weil da hatten wir Nachtdienst.
00:08:41: Der ging zwölf Stunden und das waren zwölfe Stunden wirklich manchmal knüppeltig arbeiten.
00:08:46: Ja,
00:08:47: Notaufnahme!
00:08:47: Wie das halt ist?
00:08:48: Da steht es ja nie still.
00:08:50: Das war manchmal schon eine herausforderung.
00:08:53: Also am Morgen eigentlich total blatt und hab mich gedacht... Boah, krass was du jetzt hier eigentlich abgerissen hast.
00:08:59: Da haben wir auch nicht geschlafen also davon mal ganz abnisseln.
00:09:01: Also da arbeitet man dann durch.
00:09:04: Was ich mich immer gefragt habe LKW-Fahrer dürfen nur zehn Stunden arbeiten Dann müssen die eine Pause machen.
00:09:09: oder waren es acht Stunden?
00:09:10: Ich weiß
00:09:10: gar ne Lenkzeit keine Ahnung aber irgendwie Geh mal von der gesetzlichen Arbeitszeit nach zehn Stunden dann müssen sie aufhören.
00:09:18: Mein Mann hat auch immer gesagt wie macht ihr das in der Klinik?
00:09:21: Ihr müsst doch dann mal aufhühren.
00:09:22: Eigentlich fahrlässig ja
00:09:24: weil wir dann in den Bereitschaftsdienst gehen.
00:09:26: Also das ist so ein bisschen dieser Kniff, der gemacht wurde.
00:09:30: Wir haben zehn Stunden regulär gearbeitet und dann sind wir in den Bereitschaftsdienst gegangen.
00:09:35: Ich habe immer gedacht, Bereitschaftsdienste heißt man arbeitet wenn man gebraucht wird.
00:09:39: Nein also gerade in einer Notaufnahme haben durchgearbeitet im Hausdienst oder diesen Klinikdiensten die man sonst kennt.
00:09:47: es ist schon so dass man mal sich auch vielleicht eine halbe Stunde mal hinlegen kann oder ne Pause machen kann wo man so ein wenig durchschnaufen kann aber in der Notaufname
00:09:55: nein wo wir jetzt auch bei Work-Family-Balance sind.
00:10:00: Wie war das denn?
00:10:00: Wie kanntest du da einfach dich dann ein bisschen rausnehmen, dass du nicht komplett einfach überarbeitet warst?
00:10:05: also man ist wahrscheinlich überarbeitets so wie du das auch gerade beschreibst aber...wie hast du dir diese Inseln rausgesucht wo du kurz durchatmen konntest?
00:10:13: Sei es während dem Dienst sei es zu Hause?
00:10:16: Also während des Dienstes kaum!
00:10:18: Das war wirklich.
00:10:19: ich bin rein in die Klinik.
00:10:20: Ich habe gearbeitet und bin raus aus der Klinique.
00:10:23: Was ich konnte, Ariane.
00:10:24: Und das ist ganz wichtig ... Ich konnte gut abschalten!
00:10:28: Ich bin raus aus der Klinik.
00:10:30: Die Kliniktür ist hinter mir im Schloss gefallen und ich war Katja.
00:10:34: Ich war Mutter, Frau, Ehefrau.
00:10:37: Das konnte ich wirklich gut.
00:10:39: Ich hab nie was mit nach Hause genommen.
00:10:41: Ich habe die Arbeit in der Kline gelassen.
00:10:44: In der Praxis auch noch so, ich nehme keine Arbeit mit nachhause?
00:10:48: Ganz, ganz selten.
00:10:50: dass ich mir mal einen Anruf mit nach Hause nehme, weil ich weiß der Laborwert kommt erst am Nachmittag.
00:10:54: Freitags ist das meistens.
00:10:56: Ansonsten nehme ich mir keine Arbeit mit nachhause und so habe ich es in der Klinik auch gemacht.
00:10:59: Das heißt, ich hab meinen Job gemacht?
00:11:02: Wie lang das auch immer war, ja?
00:11:04: Zwölf Stunden die
00:11:05: Acht genau!
00:11:07: Und dann habe ich aufgehört und bin nach hause und ich war zu Hause Fertig.
00:11:14: Und dann war ich wirklich zu Hause und dann war Ich mutter, ich habe die zeit mit meinen Kindern total genossen.
00:11:19: Wir haben dann am wochenende auch wenn ich kein dienst hatte irgendwas schönes unternommen und einfach diese familienzeit dieses privat sein.
00:11:26: Das hab ich das waren eigentlich meine inseln weil in der arbeit habe ich gearbeitet.
00:11:31: Du bist jetzt schon von der klinikzeit in die praxiszeit in dein aktuelles zeit gesprungen.
00:11:37: Nimm uns mal ein bisschen mit, was war der Weg?
00:11:40: Warum bist du von der Klinik in die eigene Praxis gegangen.
00:11:43: Was war letztlich der Auslöser für dich diesen Schritt zu gehen?
00:11:46: Also ich hatte ja schon gesagt Anesthesie war der erste Plan.
00:11:47: und dann habe ich gesagt ne es ist die Chirurgie, dann habe Ich die Chirogie gemacht anderthalb Jahre wenn wir nicht zum zweiten Mal schwanger geworden.
00:11:55: Ich hab meinen Sohn Der Finn, der ist jetzt achtzehn.
00:11:57: den habe ich im Studium bekommen.
00:11:59: Das war das erste Kind im Studium, waren mir auch damals eine Empfehlung.
00:12:02: Da krieg ich das Erste Kind im Studio und das ist gut.
00:12:05: Habe ich dann gemacht?
00:12:06: Ich war scheinfrei und habe das Kind gekriegt als ich hab es gut getimt.
00:12:09: Dann war ich anderthalb Jahre in der Chirurgie.
00:12:11: Dann bin ich schwanger geworden, bin ein Jahr zu Hause geblieben... ...und dann wollte ich zurück in die Chirugie.
00:12:16: Und das war die große Herausforderung!
00:12:17: Ich habe mir sagen lassen, dass heute leider immer noch so was ich ehrlicherweise nicht verstehen kann.
00:12:22: aber ich habe keine Stelle bekommen.
00:12:25: Frau mit zwei Kindern Da war der Finn damals fünf, die Hannah an Jahr.
00:12:31: Ich hab keine Stelle bekommen.
00:12:32: also brauchte ich einen Plan B. Plan b war immer die Notfallmedizin.
00:12:35: deswegen habe ich mein Facharzt oder meine Zusatzbezeichnung notfallmedizin und habe gedacht okay ich gehe in die Notaufnahme.
00:12:41: da habe ich dann echt hingebenzt da habe sich wirklich Druck gemacht.
00:12:43: ich wollte nach Bogenhausen in die notaufnahmen habt er immer wieder angerufen und dann habe ich die stelle auch bekommen.
00:12:49: und dann hab ich gemerkt wow ne kirurgie geht gar nicht ich dann habe mich gemerkt das ist ein maximalversorger Wie die Arbeitszeiten, wie die Arbeitsatmosphäre unter den Chirurgen ist.
00:12:59: Sowohl Investoralkirurgie aus Unfall Otto war für mich undenkbar als Frau.
00:13:05: man muss wirklich Ellenbogen ausfahren.
00:13:07: Man muss sich jedes erkämpfen und ich sage nee das will ich nicht weil mir dann wieder bei der Work-Family Balance sind.
00:13:14: Und dann habe ich einen Plan B gebraucht.
00:13:15: Dann habe ich gesagt okay was mache ich mit den Jahren die ich jetzt hatte?
00:13:18: Als Berufserfahrung was kommt sonst noch in Frage?
00:13:20: Dann kamen die allgemeinen Medizin um die Ecke und dann habe Allgemeinmedizin.
00:13:24: Warum nicht?
00:13:25: Hab dann gemerkt, okay, chirurgisch war ich top, würde ich jetzt mal einen Lob stinkt, aber das war okay.
00:13:31: und hab gesagt innere brauche ich.
00:13:33: Mein inneres Terzial war Ewigkeiten her, ich hatte keine Ahnung von Cardiologie vor Hoflehmann... Oh Gott!
00:13:40: Was ist das?
00:13:41: Ja was ist es?
00:13:42: Heute ist das ein Klacks,
00:13:43: aber damals habe ich gedacht
00:13:44: oh Gott, das ist keine Ahnung.
00:13:46: Wenn man's halt nicht macht.
00:13:47: Nein!
00:13:47: Genau.
00:13:48: Und dann hab ich gesagt Wenn ich jetzt wirklich Allgemeinmedizin mache, dann brauche ich noch ein bisschen innere Erfahrung.
00:13:53: Bin dann wirklich aus der Notaufnahme raus, weil ich auch nicht mehr schlafen konnte nach den Nachtdiensten in die Katiologie.
00:14:00: Hab dann gemerkt, okay, ich brauch drei Jahre Klinikzeit und der Rest ist Praxiszeit.
00:14:05: Hab mir genau ausgerechnet wie lange ich in der Klinika sein muss?
00:14:09: Weil ich dann auch gemerkt hab, war Kliniek mit zwei Kindern echt eine Herausforderung.
00:14:14: Gerade mit den Diensten... Und mein Mann hat gesagt, wenn er notaufnahmen, hattest du mehr Zeit als in dem normalen Stationsbetrieb.
00:14:22: Ja, auch interessant!
00:14:23: Das kommt durch das Dreischicht-System.
00:14:25: Kannst du das einfach mal kurz erklärt für alle?
00:14:28: Im Dreischichtsmodell hat den Vorteil dass man sich über Stunden sozusagen erarbeitet.
00:14:36: wir haben Nachtdienst gemacht.
00:14:37: die waren mindestens zehn Stunden sogar manchmal auch zwölf mit dem Bereitschaftsdienst genau und dadurch kriegt man automatisch ein bisschen mehr frei im Dreishicht.
00:14:47: Ich weiß nicht, ob es heute immer noch so ist.
00:14:49: Man kriegt zwei Tage mehr frei und extra Urlaub im Dreischichtssystem.
00:14:54: Also man wird zu sagen honoriert, dass man in drei Schichten arbeitet?
00:14:58: Und ich hab Teilzeit gearbeitet.
00:15:00: Deswegen habe ich da wirklich gut frei gehabt.
00:15:02: Ich hatte immer blockweise gearbeitet und freie.
00:15:05: Das war super!
00:15:06: Im Stationsbetrieb dann nicht mehr.
00:15:08: Ich habe zwar auch Teilzeit gearbeitet... ...man hat das aber nicht gemerkt.
00:15:13: Dann habe ich wieder von Montag bis Freitag gearbeitet, dann muss ich mal an Wochenende arbeiten.
00:15:17: Das hat meinen Mann dann gespürt, dass das ein Unterschied ist.
00:15:19: Dann hab ich auch gemerkt, oh nee, das will ich nicht!
00:15:23: Was mich auch gestört hat in der Klinik diese Hierarchie ... dieses Chef-Oberarzt, Assistenzärzte und wo dann auch zum Beispiel wir sollten forschen.
00:15:34: Ich sag' ich forsche nicht.
00:15:35: Ist mein Willig nicht?
00:15:37: Ist nicht was ich machen will?
00:15:39: Interessiert mich ehrlicherweise auch nicht?
00:15:40: Sollen die es machen, die das Bock treffen können?
00:15:43: Die das auch
00:15:44: können?!
00:15:44: Ich wollte das nicht.
00:15:46: Es war dann so ein bisschen unterspellig, nicht zu gern gesehen bei den Oberärzten.
00:15:50: Schwierig auf jeden Fall!
00:15:52: Habe ich genau ausgerechnet?
00:15:53: Klinikzeit?!
00:15:55: Auf dem Tag
00:15:56: genau!
00:15:57: Wirklich?
00:15:57: Ich hab' denn auch zu diesem Tag gekündigt.
00:16:00: Hab mir dann eine Auszeit genommen weil ich gedacht habe okay ein bisschen durchschnaufen.
00:16:03: Zeit für die Familie war dann Juli-August September.
00:16:06: das war super für die Kinder und da bin ich in die Praxis gegangen und da ging der ganz neue Welt auf.
00:16:11: Ja,
00:16:12: das
00:16:12: klingt toll.
00:16:13: Es ging eine neue Welt auf.
00:16:15: Weil es wirklich so war, Martin!
00:16:17: Man hat ganz anders gearbeitet.
00:16:18: Man hatte geregelte Arbeitszeiten von Montag bis Freitag.
00:16:21: Kein Wochenende, kein Feiertag, kein verlängertes Wochenende.
00:16:26: Diese Brückentage kamen immer darauf an wie die Praxis organisiert war.
00:16:29: Manche waren offen und manche waren zu aber das war ein ganz anderes Arbeitsleben.
00:16:33: Und vor allen Dingen geregelt.
00:16:35: Man hat genau um acht Uhr angefangen, jetzt sind wir bis fünf Uhr gearbeitet Und dann war wirklich Feierabend in der Klinik.
00:16:43: Du kriegst es ja schon ein bisschen mit?
00:16:44: Genau,
00:16:45: er kommt drauf an wenn der Notfall kommt.
00:16:47: Ja
00:16:47: genau!
00:16:47: Er ist immer so ein bisschen Open-End und so habe ich auch gearbeitet in der klinik.
00:16:51: Ich glaube so muss man mit auch erwartet.
00:16:52: das Werbmann arbeitet auch.
00:16:54: Man muss aber dazu sagen mein Mann und ich haben das auch so organisiert.
00:16:58: Ich hab früh die Kinder fertig gemacht, hab sie in die Kita, in die Schule gebracht bin in die Klinikum und hatte dann Open End.
00:17:04: Mein Mann hat die Kinder abgeholt.
00:17:06: Also ich wollte auch grad fragen, du hast ja extrem früh den der Kinder bekommen.
00:17:10: Also dein erstes Kind während dem Studium ist ja wirklich ... Ich könnte mir das jetzt nicht vorstellen beispielsweise und wie du das dann einfach alles gewuppt hast dienig mit einem kleinen Kind zu Hause?
00:17:22: Da brauchst du eigentlich schon einen Partner, der da mitsieht.
00:17:23: oder was kriegt man denn sonst hin?
00:17:25: Ja!
00:17:25: Ich war immer froh dass mein Mann kein Mediziner ist.
00:17:28: Das ist ein gutes Argument.
00:17:30: Es ist wirklich ein nine to five Job die er hat von Montag bis Freitag.
00:17:33: Kann ich das nur empfehlen?
00:17:37: Weil wir uns dann wirklich so aufgeteilt haben.
00:17:38: Mein Mann hat immer gesagt, morgens die Kinder fertig machen.
00:17:40: Nein, das mag ich nicht!
00:17:42: Und ich sagte okay übernehme mich ist kein Problem, ich bin ein Morgenmensch mach' ich.
00:17:46: und so haben wir uns auch aufgeteilt und es ging echt gut.
00:17:49: Dadurch hatte ich in der Klinik immer openend.
00:17:52: Ja mein Chef, der immer gesagt hat jaa... Ich war dann Privatassistenz.
00:17:56: Dann kommen die Privatpatienten, die müssen für den nächsten Tag vorbereitet sein.
00:18:01: Ja, das ist halt dann nicht bis sechzehntreißig erledigt.
00:18:03: Sondern da ist man bis siebzehn, siebzahntreizig in der Klinik ... ja.
00:18:07: Ich glaube auch wenn man Karriere macht und machen möchte, muss man halt auch einfach Präsenz sein.
00:18:12: Das kann man echt schon mit Kindern auch machen.
00:18:14: Mir wurde immer gesagt im Studium dass ich mein Kind bekommen soll.
00:18:18: Im Sechsten Assistenzarztjahr oder Fünften Assistenarztjah, weil da kriegt man ordentlich genug Geld.
00:18:23: Und wenn man nach dem Kind die Facharzt-Weiterbildung macht, dann hat man eigentlich dann ... Kurste Zwischenzeit, wo man dann noch nicht die volle Verantwortung trägt.
00:18:33: So haben wir das immer gesagt.
00:18:34: Würdest du das unterstreichen?
00:18:36: Nee
00:18:36: ... Kinder kommen wie sie kommen!
00:18:38: Kinder kann man nicht planen.
00:18:40: Genau, das war der Punkt, wo ich auch gedacht habe als ich das von Ariane gehört hab, so eine Planung aufzustellen und es ist doch eine Belastung für die Frau eigentlich.
00:18:48: Wenn man sagt, als weibliche Studentin erwarte ich oder würde ich voraussetzt, dass du dann und dann Kinder bringst.
00:18:55: Das kann man heutzutage überhaupt nicht mehr sagen.
00:18:58: Das war unter anderem ein Grund, Martin.
00:19:00: Ich habe von Kollegen in der Klinik gehört.
00:19:02: bei Einstellungsgesprächen wurde nach der Familienplanung gefragt.
00:19:07: Es ist ein absolutes No-Go und das ist furchtbar!
00:19:11: Wenn ich jetzt von ihr höre, dass man das heute immer noch fragt... Also da bin ich sprachlos ehrlicherweise.
00:19:19: Vor allem in der Chirurgie hab' ich das Gefühl, dass es so gefragt wird aber weiß ich nicht.
00:19:23: Ich hab' nur von den chirurgischen Aspekten gehört.
00:19:27: Also mich überrascht Autos zu hören, dass so was gefragt wird.
00:19:30: Das ist bei normalerweise allen Unternehmen gang und gebe das man nicht fragen darf!
00:19:36: Nicht bei den Frauennachteile entstehen können, wenn dieser einen Kinderwunsch hat.
00:19:41: Wir leben noch in einer anderen Zeit inzwischen...
00:19:43: Sollte man meinen?
00:19:44: Es war ja auch beim Deutschen Erztetag jetzt ein großes Thema und da wurde es von den sehr engagierten jungen Studierenden angesprochenes Thema und ist es glaube ich gut, wenn das auf die Agenda kommt.
00:19:56: Kurze Message auch von mir als Medizinstudentin.
00:19:58: Das fand ich toll!
00:19:59: Du habt sie super gemacht!
00:20:00: Ja also ich war live dabei.
00:20:02: Ich war beim deutschen Ärztetage in Hannover.
00:20:04: Das war echt bedrückend Als ich da oben stand, ich krieg jetzt noch Gänsehaut.
00:20:08: Das hat was gemacht mit uns allen!
00:20:10: Die alle, die im Plenum saßen, sagten, das gibt's doch nicht... dass hier wirklich passiert war.
00:20:18: Da waren wir echt brachlos und deswegen ist es gut, dass nächstes Jahr Thema für den nächsten deutschen Ärzte-Tag
00:20:26: wird.
00:20:26: Genau.
00:20:26: Es gibt auch noch einiges, eine Entwicklungspotenzial kann man ja so sagen.
00:20:31: Wir sind gerade in deiner Praxis jetzt und Tätigkeit.
00:20:34: Und ich als Zuhörer habe gedacht, Klinik ist sehr schwierig... ...und jetzt ist alles perfekt!
00:20:40: Bist du im Paradies jetzt?
00:20:41: Kann man das so
00:20:42: sagen?!
00:20:42: Wenn du mich fragst, ja.
00:20:44: Also für mich.
00:20:47: Praxis ist nicht für jedermann gedacht, muss man auch dazu sagen.
00:20:50: Ich finde, ich hab den geilsten Job der Welt.
00:20:52: Aber sie sehen andere anders.
00:20:55: Klar es ist viel Arbeit.
00:20:57: aber zum Beispiel heute Ich habe mir die Sprechstunde heute so gelegt, dass ich Zeit hab hierher zu kommen.
00:21:04: Das kann nicht weil ich meine eigene Praxis hab, weil ich selbstständig
00:21:07: bin.".
00:21:08: Ich war jetzt auf dem Deutschen Ärztetag, habe ja schon gesagt in Hannover.
00:21:11: Das sind vier Tage.
00:21:13: Kann ich machen?
00:21:14: Weil ich sage, ich mach an den T-Tagen zu und dann ist die Praxis zu!
00:21:19: Meine Patienten haben das lernen müssen, daß ich berufspolitisch sehr viel unterwegs bin.
00:21:25: Aber das kann ich machen, weil ich in der eigenen Praxis bin.
00:21:32: Ich kann mir auch wenn ich Termine mit meinen Kindern habe, ja?
00:21:34: Wenn die irgendwelche Arzttermine haben und es ist blöd, weil's mit meinen Sprechstunden kollidiert.
00:21:40: Ja dann mache ich meine Sprechtunde genau so, dass sich sagt okay ich muss heute um weiß ich nicht, vierzehn Uhr pünktlich weg und dann ist es so.
00:21:48: Und das muss ich sagen er kann da schon von sich behaupten als Arzt oder Ärztin zu sagen ich mach mir meine Zeiten so wie ich arbeiten will Genau so, wie ich es brauche.
00:21:59: Und deswegen bin ich schon ein bisschen im Paradies.
00:22:02: Ich
00:22:02: glaube das ist auch wichtig zu sagen oder einfach mal wahrzunehmen dass halt auch für die Männer mal praktisch ist, dass sie da auch Familie haben können und dass sie sich da auch Familien aufgehen können.
00:22:12: Dass sie sich das selber gestalten können.
00:22:15: Das ist dieser Fakt, dass man sich einfach so ein bisschen selber verwirklichen
00:22:18: kann.
00:22:18: Genau Ariane!
00:22:19: Und ich muss auch sagen Es sind nicht nur die Frauen.
00:22:22: Die Männer wollen in Elternzeit gehen.
00:22:24: Sie wollen Zeit mit ihren Kindern verbringen Und es ist jetzt nicht mehr so, dass nur noch der Mann arbeitet und die Frau zu Hause ist.
00:22:29: Nein!
00:22:30: Das ist ja wirklich mittlerweile Fifty-Fifty und genau die profitieren auch davon.
00:22:34: Genau das fand ich auch.
00:22:35: Also wie gesagt, die Frauen klar – auch unsere Kinder aber die Männer möchten ja auch ihre Work-Family-Balance haben und es natürlich auch ganz praktisch ist, dass man da einfach sich das selber gestalten kann.
00:22:47: Wir müssen uns ganz kurz noch einen Einblick geben, wie genau der Ablauf von einer Praxis ist, sodass wir das auch uns vorstellen können.
00:22:53: Also meine Sprechstunde geht immer morgens um acht los?
00:22:56: Wir sind meistens alle schon ein bisschen früher da, das ist so ein bisschen uns eingrufen.
00:22:59: Gibt's irgendwas was heute ansteht?
00:23:01: Zum Beispiel jetzt erster Tag nach Urlaub wissen wir immer schon der wird meistens etwas katastrophaler als die anderen Tage.
00:23:07: Alles was liegen geblieben ist!
00:23:08: Ja und nee gar nicht sondern die Patienten warten bis wir wieder da sind.
00:23:12: also ich war jetzt vierzehn Tage nicht da bei denen wo es brennt die gehen zum Vertretungsarzt die sagen das hat Zeit bis sie vor Doktor wieder da.
00:23:21: Dann kommen die am ersten Tag und sagen Frau Doktor, ich brauche.
00:23:24: Und so war es heute!
00:23:25: Deswegen ist mir schon unser erster Tag nach Urlaub nie mit Terminen voll sondern der ist offen der Tag.
00:23:31: Dass alle, die kommen sofort auch behandelt werden können.
00:23:34: Ansonsten ist das bei mir sehr strukturiert.
00:23:36: Ich mag Struktur.
00:23:37: Das ist auch ein Ding was man nur in einer eigenen Praxis machen kann.
00:23:40: Ich habe eine Terminsprechstunde d.h.
00:23:42: Patienten kommen mit Termin zu uns.
00:23:44: Klar der Brustschmerz Der akute Rückenschmerz Die können akut kommen, das ist überhaupt kein Thema.
00:23:49: Ich hab zwei Nachmittage geöffnet, Montag und Donnerstag.
00:23:53: Ich hab Dienstag ist mein Hausbesuchstag im Altenheim.
00:23:56: Mittwoch is mein Haus- besuchstag bei den Patienten die zu Hause noch leben.
00:24:01: Freitagsnahmetag habe ich frei!
00:24:04: Ist ja so ein Spruch in Bayern?
00:24:05: Freitag nach eins macht jeder seins.
00:24:07: Da halte ich mich auch ziemlich
00:24:08: dran.
00:24:08: Ja muss ja auch sein.
00:24:09: Wie gesagt ein bisschen früheres Wochenende ist auch ganz schön.
00:24:13: Gelegentlich
00:24:13: muss sich Bereitschaftsdienste machen.
00:24:16: Das ist aber von Vorteil weil es gab.
00:24:20: In meiner Weiterbildungszeit, als ich noch Ärztin in Weiterbildung war, habe ich eine Praxis kennengelernt.
00:24:24: Da hatte der Kollege eine Woche lang Bereitschaftsdienst von Montag zu Montag.
00:24:30: Wirklich?
00:24:30: – Das ist
00:24:31: auch ordentlich!
00:24:32: Und dann habe ich mir gedacht, wenn ich das in meiner Praxis machen muss, oh nee, das würde ich nicht schaffen.
00:24:39: und dann war ich froh, dass diese Bereitschaftsdiensträgelung kam.
00:24:42: Wir müssen seventy-fünf Stunden im Jahr ableisten.
00:24:46: Und wir können uns das ein bisschen selber eintackten, also ob wir Wochenende oder unter der Woche, Obtag oder Nachtdienst ... Das ist wirklich gut und da bin ich der KV auch dankbar, dass es gekommen ist weil sonst wäre das ein Grund gewesen mich nicht niederzulassen.
00:24:58: Also das war für mich ein guter Grund zu sagen okay ich gehe in die Praxis.
00:25:02: bei sonst mit diesen vierundzwanzig sieben hätte ich glaube ich mit Familie nicht geschafft.
00:25:06: Ja dann klinikzahl.null.
00:25:10: Wollt ihr jetzt natürlich auch noch mal fragen, was hat denn die Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns für dich getan?
00:25:15: Inwiefern haben wir dich denn unterstützt.
00:25:17: Es gibt – wie heißt dieses Projekt?
00:25:21: Dieses Patenschaftsprojekt wird man begleitet von einem KV-Mitarbeiter in den ersten eineinhalb Jahren.
00:25:28: Man kann immer anrufen.
00:25:30: Egal ich ruf heute immer noch an wenn ich Fragen habe.
00:25:32: aber da war es dann so, da gab's einen Mitarbeiter der auch deine erste Abrechnung mit dir gemacht hat.
00:25:38: Du kriegst ne Beratung Wenn du anfängst zu arbeiten, wenn dann klar ist zum Beispiel beim ersten Zehnten angefangen, dann kriegst du eine Beratung.
00:25:45: Was kannst du alles abrechnen?
00:25:46: Was gibt es für Abrechnungsziffern?
00:25:48: Man guckt sich an was hast du für Zusatzbezeichnung und was bist du für ein Facharzt?
00:25:51: und da gibt's bestimmte Abrechungsziffern.
00:25:53: Das kriegste um vornherein ich fleißig mitgeschrieben Und dann wenn die erste Abrechenung ansteht Dann geht der Mitarbeiter mit dir nochmal durch Hast du alles abgerechnet?
00:26:01: Hast du an die zweite Chronikerziffer zum Beispiel gedacht, das wird dir jetzt noch nichts sagen Ariane.
00:26:06: Ein bisschen!
00:26:09: Solche Sachen und das fand ich schon echt gut am Anfang weil dann kriegt man mal ein Gefühl für eine Abrechnung.
00:26:14: Weil das lernt man nicht.
00:26:15: Das war auch in meiner Weiterbildungszeit.
00:26:17: mein letzter Chef hat mich gefragt Frau Tritschler sie sind jetzt soweit fünftes Jahr.
00:26:21: was wollen Sie jetzt bei mir noch lernen und wie gesagt abrechnen?
00:26:23: und es hat er dann auch gemacht.
00:26:25: ein bisschen habe ich da schon den einen Blick gehabt aber längst noch nicht das was ich gebraucht hab.
00:26:29: Und das muss ich sagen, das war super von der KV.
00:26:32: Ich weiß es gibt heute immer noch und das finde ich echt auch wichtig weil sonst ist man da wirklich ein bisschen verloren in der Abrechnung.
00:26:38: Wenn du über Abrechnungen sprichst dann müssen wir zumindest zwei drei Sätze über den Verdienst den man so hat in der Allgemeinarztpraxis sprechen ohne dass du jetzt die genauen Zahlen nennen sollst.
00:26:48: aber es reicht zum Überleben.
00:26:50: kann man so definitiv
00:26:52: definitiv.
00:26:52: sonst würde ich heute nicht dir stehen um meine eigene Praxis immer noch auch verteidigen und sagen sie ist der geiste Job der Welt.
00:26:59: Es war so, ich habe keine Praxis übernommen.
00:27:02: Also bei mir war das ein Mischmarsch.
00:27:06: Mein Praxisvorgänger hat Dezember-sebzehn aufgehört und ich hab Oktober-Achtzehn erst wieder angefangen.
00:27:11: Das heißt meine Praxis war im Grunde für einen Treiffeljahr zu.
00:27:15: War mein Vorteil, ich hab umgebaut.
00:27:17: Ich hätte die alte Praxis auch nicht haben wollen.
00:27:19: deswegen heute ist alles ganz schick.
00:27:21: aber das war für mich schon wo ich gesagt habe ich habe irgendwie dann doch wieder bei Null angefangen.
00:27:26: Das ist schon, das braucht bis man sich seinen Patienten stammt dann wieder erarbeitet.
00:27:31: Es hat am Anfang wirklich doch bedeutliches Minus auf dem Konto gesorgt.
00:27:36: aber wie gesagt heute es kein Thema mehr.
00:27:38: Man muss gut abrechnen.
00:27:39: Das ist das A und O Martin.
00:27:41: also das ist ohne dem geht's nicht.
00:27:43: Es gibt so viele Fortbildungsmöglichkeiten und mittlerweile auch ganz viele Abrechnungshirmen die einem da Unterstützung geben können.
00:27:50: ja ich war jetzt eben offen Bäm Da gibt es sogar mittlerweile Apps, die einem da unterstützen.
00:27:55: Also hat sich viel getan, dass man da nichts vergisst in der Abrechnung?
00:28:00: Also man kann gut damit leben ja aber man muss wirklich lernen wirtschaftlich zu arbeiten.
00:28:05: Ja
00:28:05: das fehlt auch so ein bisschen im Studium.
00:28:08: Voll!
00:28:10: Ich habe ja immer wieder auch Blockpraktikanten bei mir Medizinstudierende und die kommen natürlich mit diesem universitären Wissen.
00:28:17: und zum Beispiel war heute Thema welches Antibiotika nehmen?
00:28:20: wir Klindermit ziehen?
00:28:21: Okay, Glinder-Medizin ist ein sehr teures Antibiotika.
00:28:23: Jetzt setzen wir nicht so oft ein bei uns!
00:28:26: Weil wir natürlich auch Kosten im Blick haben müssen.
00:28:29: Auch das lernt man erst mit der Praxis.
00:28:31: also das lernen wir nicht... Mit
00:28:33: dem Handeln und tun einfach in Eingroofen.
00:28:36: Ariane wenn du das so hörst jetzt diese Beschreibung alles?
00:28:40: Ist es für dich attraktiv?
00:28:42: Also zu einer Hausarztpraxis.
00:28:44: Genau.
00:28:45: Ich bin generell liebe allgemein Medizin.
00:28:47: Da geht mein Herz auf.
00:28:50: Aber ich schätze halt auch wirklich diese Work-Family oder Work-Life Balance wirklich wert.
00:28:54: Also, ich hab da auch wirklich Respekt davor.
00:28:57: Ich hoffe einfach, dass ich in der Assistenzarzeit gut aufgehoben bin wie das auch jetzt beschrieben hat mit einfach der flachen Hierarchie und dass man zu Not anrufen kann.
00:29:07: aber ich schätz es schon wert wenn ich dann einfach mein geregelten Arbeitsablauf habe, dass sich auch eine Termine planen kann am Nachmittag und genau auch bitte selber ein bisschen einteilen kann.
00:29:18: also Ich finde das schon sehr vorteilhaft für sich selber, auch und für sein eigenes Leben.
00:29:23: Wenn man da so ein eigener Herr ist ... Und auch so selber entscheiden kann, welchen Fokus man aussetzt.
00:29:30: Man kann sich ja auch verschiedenen Weiterbilden beispielsweise.
00:29:33: Also, man kann sich so ein bisschen dein Leben wie so eine Lego so zusammenbauen.
00:29:39: Ja!
00:29:39: Und ich find es einfach wirklich diese Möglichkeit überhaupt zu haben in der allgemeinen Medizin echt faszinierend.
00:29:45: Was würdest du Katja dann Medizinstudierenden mit auf den Weg geben, damit sie legoartig sich ihre weitere Laufbahn richtig zusammenbauen?
00:29:53: Gibt es da
00:29:54: Tipps?
00:29:55: Ja voll!
00:29:55: Also es gibt die Kompetenzzentren.
00:29:58: Ah Janne, sagt ihr das was?
00:29:59: Das ist die Koste?
00:30:01: Nee, das ist nochmal die Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin auch immer eine gute Anlaufstelle.
00:30:05: und dann gibt's das Kompetenzzentrum Weiterbildung allgemeinen Medizin Bayern.
00:30:11: Quapp!
00:30:12: Ja, sehr gut.
00:30:14: Weil die sind schon super weil sie haben so ein Korikulum über fünf Jahre.
00:30:18: Sie haben verschiedene Seminare.
00:30:19: Das ist
00:30:19: die Semi-Warm.
00:30:20: Semi Warm?
00:30:21: Sehr gut.
00:30:22: Ich sehe schon Ariane sehr gut informiert.
00:30:25: Weil das hilft brutal sich zu vernetzen und einen wirklich guten Einblick in die Allgemeine Medizin zu kriegen.
00:30:32: Weil wir sind alles Dozenten... ich bin auch Dozentin da.
00:30:34: Wir sind alle Dozent aus der Hausarztmedizin.
00:30:37: Wir haben meistens alle eigene Praxen.
00:30:39: Wir können da wirklich aus dem echten Leben erzählen.
00:30:42: Es gibt ein paar Angestellte, Kolleginnen auch, die da arbeiten und Semivams halten.
00:30:48: Also wir können wirklich aus der Praxis heraus erzählen, die Themen und dann auch erzäheln wie es in der Praxis läuft.
00:30:55: weil das eine ist wenn man's mal gehört hat, gelernt hat an der Uni vielleicht gehört hat?
00:31:00: Und wie man dann sagt okay wie läufts denn wirklich in der praxis läuft's denn dann wirklich so nach Plan?
00:31:05: Und da kann man sich super vernetzen.
00:31:07: Da kriegt man dann auch die Tipps, Ariana, wo man sagt mach ich jetzt gehe ich in die Pädiatrie, in die Psychiatrie mache ich noch mal irgendwie sechs Monate derma solche Sachen kriegt Man das super mit weil dass vernetzten unter den semi warm teilnehmern ist mega gut.
00:31:22: Perfekt dann für die Weiterbildung!
00:31:23: Super, also wer von vornherein weiß, der will allgemeinen Medizin machen, ist das Quap eigentlich das Non-Plus Ultra?
00:31:29: Ja
00:31:29: perfekt ja, deswegen ist es auch schon ein kleines Bildschiff gewesen.
00:31:32: Wenn ich jetzt noch so weiter zuhöre, dann studiere ich auch noch Medizin und bin auch noch
00:31:36: Hausarzt.
00:31:37: Ich bin ganz
00:31:38: begeistert jetzt schon aber ich muss sagen wir sind schon am Ende unserer Folge angelangt hier.
00:31:43: Die Zeit ist so schnell vergangen.
00:31:45: Katja vielen Dank dafür dass du uns da so toll mitgenommen hast und so tolle Einblicke gegeben hast.
00:31:50: sehr gern
00:31:51: Ja, ich fand das total faszinierend, was es für Möglichkeiten gibt und wie man sich einfach durch die Klinik boxt.
00:31:56: Auch mit zwei Kindern, die klein sind!
00:32:00: Also vielen Dank hat ja für deine Einblicke und deine Einschätzung auch.
00:32:04: Tipp habe ich noch, Ariane?
00:32:05: Es ist nur nach ein Jahr Klinikum in der allgemeinen Medizin weiter Bildung.
00:32:09: Ja, thanks!
00:32:11: Checkport.
00:32:12: Wir
00:32:12: werden die ganzen Tipps- und Hinweise auch in den Show Notes nochmal zusammenfassen.
00:32:16: Die findet man dann dort.
00:32:19: Wir empfehlen allen, diese Podcast zu abonnieren auf allen Plattformen die so gängig sind.
00:32:25: und vielen Dank an euch beide dass ihr heute hier wart.
00:32:29: Vielen
00:32:42: Dank
00:32:45: für die Einladung!
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