Patientengespräche meistern (Staffel 2)
Shownotes
In dieser Episode der Gesundheitsarena tauchen wir tief in ein Thema ein, das den medizinischen Alltag prägt: die Kommunikation mit den Patientinnen in Kliniken und Praxen. Unser Moderationsteam Ariane Berner und Martin Eulitz unterhält sich mit seinem Gast darüber, wie Medizinstudierende und Ärztinnen in Weiterbildung empathische Gespräche führen, schwierige Diagnosen vermitteln und dabei die eigene psychische Gesundheit bewahren können.
👥 Zu Gast: • Alexander Benz – Modulsprecher des Kommunikationsmoduls „MeCuM“ an der LMU München, seit 20 Jahren in der medizinischen Lehre tätig
🎯 Darüber sprechen wir: • Empathische Arzt-Patienten-Kommunikation – Wie fühlt sich ein gutes Gespräch an und wie lernt man es? • Patiententypen im Gespräch – Wie geht man mit zurückhaltenden, fordernden oder emotionalen Patientinnen und Patienten um? • Empathie vs. professionelle Distanz – Wie viel Mitgefühl ist gut? Wie bewahrt man die eigene Resilienz? • Übung macht den Meister – Simulationstraining mit Schauspielpatienten im Medizinstudium • Die Goldene Minute – Warum die erste Minute im Gespräch entscheidend ist • Selbstreflexion & Feedback – Wie Ärzt*innen aus Gesprächen lernen können • Balint-Gruppen & kollegiale Beratung – Unterstützung bei belastenden Situationen • Ein Praxisbeispiel – Medizinstudentin Ariane durchläuft live im Podcast eine Praxisübung und erhält direkt Feedback
🎧 Ideal für: • Medizinstudierende – die Kommunikationskompetenz frühzeitig entwickeln möchten • Ärzt*innen in Weiterbildung – die sich für das Thema Gesprächsführung interessieren • Lehrende in der medizinischen Ausbildung – die nach praxisnahen Unterrichtsmethoden suchen • Alle im Gesundheitswesen Tätigen – die wissen, dass gute Kommunikation von entscheidender Bedeutung ist
📌 Weiterführende Links:
• LMU München – Kommunikationscurriculum – Details zum longitudinalen Kommunikationsprogramm „Kommunikation und soziale Kompetenzen im MeCuM“: https://www.med.lmu.de/de/studium/humanmedizin/studiumangebot/kommunikation-und-soziale-kompetenzen-im-mecum/
Balint-Gruppen „Balintgruppen: Arzt-Patient-Beziehung gestalten“: https://www.aerzteblatt.de/archiv/balintgruppen-arzt-patient-beziehung-gestalten-aa04251c-75e7-423a-8a31-d77953bab026
• Fortbildungsangebot bei der Bayerischen Landesärztekammer – Patientenorientierte Kommunikation in der Arztpraxis https://www.blaek.de/mfa/walner-schulen/kursangebote/patientenorientierte-kommunikation-in-der-arztpraxis/
Transkript anzeigen
00:00:01: Ich möchte heute mal mit meiner eigenen Patientengeschichte anfangen, weil die zu dem Thema über das wir heute sprechen werden besonders gut passt.
00:00:09: Vor vielen Jahren bin ich zu einem Orthopäden gegangen mit völlig für mich undefinierbaren Schmerzen im Oberschenkel – ich war damals noch Halbmarathonläufer und hatte die Hoffnung dass der mir möglichst ein Medikament verschreiben kann.
00:00:22: und dann geht alles wieder!
00:00:23: Und dann war ich eben bei diesem Orthopädengesessen und hat einen Röntgenbild gemacht kommt und mir erklärt, was es ist.
00:00:31: Was man auf dem Bild sehen kann?
00:00:33: Er kam in den Raum rein, schaut auf das Bild und sagt, oh, das sieht aber schlecht aus!
00:00:38: Dann habe ich so etwas Heißtes.
00:00:39: Da hat sie mir gesagt, dass es eine weit fortgeschrittener Drohse.
00:00:42: Dann hab' ich gesagt, was heißt es?
00:00:44: Und das heißt, dass Sie nie mehr laufen werden können und dass Sie's operieren lassen müssen also künstliche Hüfte.
00:00:49: Ich war von diesem kurzen Gespräch völlig geschockt hinterher und ich habe dann auf dem Rückweg gedacht... Ist das mein Leben ist zu Ende in dem Moment?
00:00:58: Das war ein ganz kurzes Gespräch, was für mich elementar ein Teil meines Lebens irgendwie damals getroffen hat.
00:01:05: Und da ist alles schief gelaufen, fand ich im Gespräch und ich war wirklich konsterniert.
00:01:12: Und das ist genau das Thema über das wir heute sprechen wollen die Kommunikation zwischen dem Arzt und den Patienten ...
00:01:20: Die Gesundheitsarena Ärzte nach Wuchs im Gespräch Mit Medizinstudentin
00:01:25: Ariane Berner
00:01:26: und Martin Eulitz von der KV Bayerns.
00:01:31: Ariane, du hast jetzt Interessiert zugehört?
00:01:34: Was sagst du zum einen im Fallbeispiel?
00:01:36: Ja das ist genau das eigentlich wo was man ja eigentlich vermeiden möchte dass man den Patienten Angst macht.
00:01:41: schon möchte ich dem Patienten ja auch gut abholen und mit ihm diesen Weg gehen Und ich war ja auch im Rettungsinstitut unterwegs, der auch letzte Folge ganz genau gelauscht hat.
00:01:51: Weiß das schon?
00:01:52: Darin wurde ich mit verschiedenen Situationen konfrontiert, wo man mit den Patienten reden musste oder gutreden musste.
00:01:59: und genau das ist auch das Schwierige was ich fand diesen Grad zu finden einmal empathisch und schonend zu sein aber auch klar deutlich die Message rüberzukriegen
00:02:07: Das empathische Arzt-Patientengespräch.
00:02:10: wie macht man das?
00:02:11: Wie kann man das lernen?
00:02:13: Was müssen Medizinstudierende dazu wissen?
00:02:16: Und darüber wollen wir heute sprechen.
00:02:17: Wir haben als Besonderheit auch ein richtiges Fallbeispiel geplant, wo wir Ariane und ich Rollen einnehmen werden.
00:02:25: Ich bin gespannt du auch!
00:02:26: Ja, ich bin sehr gespannt wie das wird – ich als Arzt rolle und du als Patienten, wie wir uns da tun.
00:02:31: Und wir haben auch einen Gast der uns durchführen wird.
00:02:33: Genau, wir dürfen herzlich begrüßen Alexander Benz.
00:02:37: Er ist Modulsprecher des Kommunikationsmodules hier in der LMU in München.
00:02:41: Und das macht er auch schon einige Zeit, also erst schon wirklich erfahren nach waschern seit zwanzig Jahren und Hanfekt am Rande.
00:02:49: Dein Lieblingssong is Enjoy the Silence von The Passion Mode.
00:02:54: Das passt ja auch perfekt rein.
00:02:56: diese Thematik dass man einfach mal die Stille aushalten kann im empathischen Gespräch Dass man auch den Emotionen Raum geben kann Herzlich willkommen.
00:03:04: Herzlichen Dank für die Einladung und ich bin froh, dass ich da sein darf!
00:03:07: Alexander ist die erste Frage Wenn du jetzt auch in uns Medizin Studierenden denkst Du bist ja auch an der Lehretätik Wo tun wir uns denn eigentlich am schwersten in dieser Kommunikation?
00:03:18: In der Kommunikations glaube ich tatsächlich schwierig zu sehen.
00:03:20: also Wir sehen immer wieder die Studierende kommen relativ früh und jung ins Studium Und erleben dann verschiedene Situationen Am Anfang noch relativ nahe am Patienten weil sie das eben am meisten kennen später in der Klinik dann eine andere Darstellung, die nicht immer so der perfekten Vision entsteht.
00:03:40: Weil eben genau das was du gerade geschildert hast nämlich der Notfall der zeitliche Druck, die Dokumentation manches verdrängt, was sie gerne anders umsetzen würden.
00:03:51: und wir versuchen im Studium den Studierenden sehr früh den Wert der guten Kommunikation mitzugeben dass sie eben auch bemerken, welche Werkzeuge sie haben um beim Patienten eben Emotionen Ängste abzufangen.
00:04:06: Um den Patienten Strategien und Pläne zu geben damit letztendlich nicht nur der Patient sondern auch der Arzt zufrieden aus einem Gespräch rausgehen kann.
00:04:16: Hast du da irgendwelche Tipps oder so für wie wir das am besten in diesen Druck-Situationen umsetzen können?
00:04:21: Flexibilität ist ein ganz wichtiger Faktor dass der Student die Mediziner sich bewusst sind, dass ihre Kommunikation immer abhängig vom Gegenüber ist.
00:04:31: Von der Situation und vom Kontext von den mehr oder weniger Anlässen mit denen sie im Patienten reden.
00:04:38: Und Strukturen und mehr oder wenig Modelle oder Hilfsleistungen oder Tools sind natürlich etwas ganz Wichtiges was in solchen Situationen wenn Stress, wenn Druck entsteht als eine Fallbackposition irgendwie hilft.
00:04:51: Wir unterrichten oder wir versuchen den Studierenden zu unterrichten, dass er mit Modellen wie dem Calgary Cambridge Guide der sowohl Struktur aber eben auch Beziehungsaufbau als durchlaufende Faktoren hat und dann unterschiedliche Stufen- oder Phasen darstellt.
00:05:07: Dass sie wenn Sie das im Hinterkopf haben und das Flexibel auf die Situation anwenden, dass sie dann was haben wo sie so eine Art Geländer haben, an dem sie sich entlang hängen können, dass dann verschiedene Werkzeuge dann aufrufen kann, die in den Situationen an dem Patienten und ihnen helfen können.
00:05:24: An die richtige Information zu kommen aber eben auch die richtige Unterstützung anbieten zu können.
00:05:30: Werkzeugel klingt für mich jetzt sehr technisch wenn ich das so höre.
00:05:34: Auf der anderen Seite ist doch das was gefordertes Empathie.
00:05:37: beißt sich das so ein bisschen dass man wenn man so sagt ich spule jetzt im Kopf mein Werkzeugkasten ab und geht es eins nach einem durch dass man dann diese menschliche Komponentin stückweit verliert?
00:05:48: Nein, sehen wir glaube ich nicht so.
00:05:50: Denn diese menschliche Komponente ist das was letztendlich zugrunde liegt dem Ganzen.
00:05:54: Dass die Haltung der Ärzte und Studierenden so klar davon geprägt ist dass sie Patienten zentriert sich im Gespräch verhalten, dass sie respektvoll mit den Patienten umgehen.
00:06:05: Dass sie auch Hinweise des Patienten ähnlich aus seiner Geschichte vielleicht wahrnehmen und dann darauf reagieren.
00:06:13: Und diese Werkzeuge sind dann letztendlich nicht etwas mechanistisches, das sie anwenden.
00:06:17: Sondern dass sie flexibel auf die Situation in der Situation nutzen um dann einen gewünschten Outcome irgendwie zu generieren und dem Patienten diese Situation auch zu erleichtern.
00:06:31: Das muss man auch sagen.
00:06:32: Auch wenn es nicht immer Wortspiel so leicht ist beziehungsweise wenn's dann um schwierige Gespräche geht.
00:06:39: Ich tümme da meistens.
00:06:40: Also ich hatte, wie gesagt schon ein, zwei Gespräche oder auch miterleben dürfen, wo es auch um schwere Diagnosen ging und als ich in dieser Situation war habe ich mich auch schwer getan das einmal umzusetzen weil das eine Drucksituation war und dann auch so authentisch auch für möglich darüber zu kommen.
00:06:57: Man möchte ja auch als Mensch dann auch rüberkommen menschlich empathisch und wie gesagt diesen Grad den ich beschrieben hab vorhin das rüberzukriegen und das fand ich also extrem herausfordernd und schwierig aber auch den Abstand zu kriegen, das war nicht sehr schwer.
00:07:11: Find ich eine ganz schöne Geschichte die du mehr oder weniger erzählst weil es ja auch sehr stark darum geht den Studierenden und auch den Ärzten eine Selbstreflektion eben klarzumachen dass sich in der Situation tatsächlich in so einem Dilemma stecke dass ich möglicherweise Dinge irgendwie kommunizieren muss die jetzt nicht angenehm sind dass ich aber auch nicht mit leiden kann in der situation weil ich nicht alles mit raus nehme.
00:07:33: Und wenn wir dann dabei sind auch um Empathie und Patientenzentrierung reden, dann geht es natürlich auch darum welches Verständnis haben die Studierenden?
00:07:44: Die jungen Ärzte wenn sie in solche Situationen eingehen.
00:07:47: Und das da hilft natürlich dann, wenn Sie sowas vorher schon mal geübt haben.
00:07:52: und ähnlich wie ihr das im Studium wahrscheinlich auch gemacht habt gibt's verschiedene Formate in denen man so was üben kann.
00:07:58: Eine einfache Simulation mit den Kommilitonen ist natürlich eine Möglichkeit bedingt immer nur so authentisch wirkt, weil man sich dann anders fühlt.
00:08:08: Wir haben im Studium eben auch integriert die Gespräche mit den Simulationspatienten in sehr kleinen Gruppen, die angeleitet sind von einem geschulten Dozierenden der dann letztendlich die Möglichkeit hat in den Gesprächen oder mit den Gesprächereflexionen anzuregen und auch zu zeigen dass vielleicht die Selbstwahrnehmung eine ganz andere ist, wie die jetzt die Beobachter, die Kommiliton oder auch der Patient selber hat.
00:08:35: Ja
00:08:35: also meinst du Übung, Übung und Übung dann kommt das immer authentischer rüber?
00:08:39: Und auch auch empathischer Rüber wo man sich denn eigentlich trotzdem zurückgenommen
00:08:43: hat?
00:08:45: Du sagst gerade empathische Rüber.
00:08:46: es ist ja immer die Frage welches Niveau von Empathie und welche Art von Empathy braucht denn der Mediziner?
00:08:52: und wenn du sagst so hast schon einiges beobachtet dann gibt's ja sehr unterschiedliche Herangehensweisen und wir alle kennen Vorbilder oder mehr oder weniger vorgesetzte, denen man über die Schulter schauen kann und sehen kann wie unterschiedlich dieses Thema Empathie umgesetzt wird.
00:09:09: Und häufig also mir ging es selber so in verschiedenen Situationen hat ich den das Gespräch gar nicht als sonderlich empathisch wahrgenommen aber im Gespräch mit dem Patienten Teilen in der Situation tatsächlich benötigt, um zu einer Lösung zu kommen.
00:09:29: Und da geht es glaube ich tatsächlich darum dass die Selbstreflektion also letztendlich eure Überlegung wie läuft das?
00:09:37: Wie nehme ich mich wahr?
00:09:38: oder auch wie kann ich Rückmeldungen Feedback von anderen bekommen dort gestärkt wird und dass sich eine Kommunikationskultur in der Medizin eben auch umsetzen lässt.
00:09:48: Was mich jetzt auch noch interessieren würde gibt ja verschiedene Patiententypen.
00:09:51: Also jeder bestimmt schon wahrgenommen einmal der hier vielleicht sehr zurückhaltend ist und gar nicht aus sich rauskommt oder der auch sehr fordernd ist, und manchmal auch aggressiv ist.
00:10:01: Wie geht man denn da mit den verschiedenen Patiententypen um?
00:10:04: Und versucht dann trotzdem irgendwie halt ... ja ein gutes Patientene-Arztgespräch irgendwie zu etablieren oder einfach zu reden?
00:10:15: Ja das Thema der Patiententypen und mehr oder weniger Vorgehensweisen für spezifische Typen finde ich immer relativ schwierig weil Wir sehen ja nur das, was nach außen hin gerade dargestellt wird von dem Patienten.
00:10:26: Wie es dem tatsächlich geht?
00:10:28: Das kann ich tatsächlich nur mit dem Gespräch oder der Nachfrage dann schaffen.
00:10:32: und wenn ich mit einer respektvollen wertschätzenden Grundhaltung in dieses Gespräch hineingehe und klar meine aber auch seine Bedürfnisse versuche im Gespräch zu eruieren, dann kann ich immer wieder bei den Tools oder Werkzeugen und ihr kennt alle vielleicht Umgang mit Emotionen auch die Vorbereitung von einem schwierigen Gespräch.
00:10:53: Wenn ich dann solche Aspekte aus diesen Bereichen nutze, beispielsweise um jemanden der jetzt gerade, haben wir so aufgeheizt ist sehr emotionales ein bisschen herunterzuholen und ihm zu zeigen gehe ich höre dass es dir grade nicht gut geht und ich versuche jetzt mal rauszukriegen warum das so ist Dann kann ich dort auch eine gewisse Modulation einbringen auf der anderen Seite natürlich auch der sehr zurückhaltende der vielleicht gerade sich scheuten Tabu anzusprechen, dass ich dem eben über einen sehr guten Beziehungsaufbau vertrauen gebe.
00:11:28: Noch mal durch den Hinweis auf vielleicht auch die ärztliche Schweigepflicht, die Vertrautheit und die Verschwiegenheit ihnen dann auch dazu bringen kann zu sagen hey okay ich habe da tatsächlich ein Problem auch wenn ich das jetzt unter Umständen nicht mit meinem besten Freund besprechen würde aber mit meinem Arzt kann ich das tun.
00:11:45: Zu dem Thema gleich übergehen wollen, Patientensicht mal anzuschauen.
00:11:49: Denn wir sind die Kassenärztereinigung Bayerns bei uns in den Niedergelassenen Ärzte, Hausärzte und Fachärzte auch die Psychotherapeuten, die alle wahnsinnigen Druck haben aufgrund der Menge der Patienten, die da so durchlaufen.
00:12:01: Hat es eigentlich aus deiner Sicht Alexander einen Sinn sich auf jeden einzelnen Patienten so einzulassen?
00:12:08: Jetzt sind wir ein bisschen auf jeden einzulassend.
00:12:11: ja meiner Ansicht nach schon verschiedene Studien zeigen auch, dass wenn ich empathisch kommuniziere dann habe ich sehr viele positive Effekte die auch in relativ kurzen Zeit wirken können.
00:12:24: und das Schöne.
00:12:26: Und was manchmal auch ein bisschen seltsam klingt ist, dass sich wenn ich mir am Anfang vielleicht eine Minute mehr Zeit nehme um die Beziehung aufzubauen um mich in die Wertvorstellung meines Patienten hineinzudenken Dann spart mir es als Arzt, mir als Therapeut, mir in der Folge ganz viele Rückfragen und es gibt verschiedene Studien, die das dann weitertreiben.
00:12:49: Die sagen wenn ich Personen habe, die sich personenzentriert empathisch mit den Patienten auseinandersetzen, die helfen dabei Auf- und Halszeiten in Krankenhäusern Besuch in der Notaufnahme zu reduzieren weil der Patient sich versorgt fühlt, weil Ängste frühzeitig angesprochen werden Und weil ja damit letztendlich in diesem Vertrauen dann auch sagen kann, dann warte ich halt den einen Tag ab und gehe dann zu meinem normalen Arzt bevor ich unter Umständen längere Krankenhausaufnahme für Diagnosen und Therapien noch hinzu muss.
00:13:21: Klingt gut Ariane was wir jetzt hier hören.
00:13:24: wenn du jetzt an deine Zukunft als Ärztin denkst könnt ich mir vorstellen du bist auch eine sehr empathische.
00:13:30: hast du da aber auch ein bisschen sorgen dass es vielleicht dann so viel Empathie ist zu viel mitnehmen von dem Tagesgeschehen?
00:13:36: Ja, also ehrlich gesagt.
00:13:39: Ich fühle sehr mit dem Patienten mit manchmal auch zu sehr das habe ich auch schon von vielen Kommilitonen gehört dass ich da wirklich mich ein bisschen zurücknehmen darf und ich hab es auch im Alltag bemerkt im Rettungsdienst in der Klinik dass sich dann auch wirklich mitgenommen war von dem Patientenschicksal aber auch dass ich die Gefühle sehr stark aufgenommen hat.
00:14:00: und da auch die Resilienz die man aufbauen muss.
00:14:03: die muss ich noch aufbau Wenn man die Selbstreflektion geht, wie du so schön gesagt hattest.
00:14:09: Dass ich da auch daran arbeiten muss.
00:14:13: und da auch eine Frage an dich Alexander Wie kann man denn diese Distanz aufbauen aber trotzdem diese Verbindung aufrecht erhalten?
00:14:23: Also du sagst das ja ganz sehr schön.
00:14:24: also Empathie ist fast was wir alle wollen und uns wünschen als Patient Aber eben auch als Arzt wenn ich sie schaffen möchte.
00:14:31: Ich muss mich aber trotzdem diesem tollen Begriff der professionellen Distanz auch abgrenzen können.
00:14:37: Denn wie du es gerade so schön beschrieben hast, ich kann nicht alle Belange, alle Sorgen meiner Patienten mitnehmen denn sonst werdet ihr als zukünftige Ärztinnen nicht die Resilienz haben dass er tatsächlich ein Berufsleben lang in der Patientensversorgung bleiben könnte um aber natürlich dahin zu kommen und letztendlich auch das für mich authentisch umsetzen zu können.
00:14:59: Denn wie du gerade selber sagst, man merkt eben dem ein oder anderen an dass es ihm zu nahe geht muss es Möglichkeiten geben den Studierenden aber dann eigentlich auch den Ärzten Angebote zu machen, dass sie diese Belastungen tatsächlich auch äußern können.
00:15:15: Und wir alle wissen Viel Freches ist, wenn ich im abendlichen Gespräch seitens meiner Partnerin oder meinem guten Freund über ein Thema reden kann.
00:15:24: Sicherlich immer unter dem Rahmen der ärztlichen Schweigepflicht.
00:15:26: Ich darf sicherlich keine Informationen ausgeben aber die Belastungssituation ist ja so mehr oder weniger neutral dass man einfach mal drüber reden kann und das gibt es natürlich auch in formalistischen Sinne.
00:15:39: Es gibt Ballentgruppen, die auch immer mehr für die Studierenden angeboten werden, wenn man eben auch sieht auch auf den Stationen im pH Belastungen kommen, die sie gerne mit anderen teilen würden.
00:15:52: Und man kann dann mit Methoden einer kollegalen Fallberatung drüber nachdenken ob man gemeinsam Lösungen findet wenn es eben immer noch weiterhin belastend ist oder tatsächlich auch das Bewusstsein schaffen dass auch junge Ärztinnen und Ärzte oder Ärzten in jedem Alter natürlich sich auch Hilfe holen können sei es jetzt im Hinblick auf eine Psychotherapie die dann eben solche Belastungssituationen reduzieren kann und auch dem Arzt oder der Ärztin Möglichkeiten gibt, sich neu zu positionieren und neue Perspektiven aufzunehmen.
00:16:26: Ja also gibt es da verschiedene Möglichkeiten wo man sich einfach auch Hilfe holen kann?
00:16:30: Du hast gerade die Ballentgruppe angesprochen, willst du das ein bisschen erläutern was das genau ist?
00:16:35: Was das ist?
00:16:35: Also Ballent Gruppen von der Idee her sind Gesprächskreise mit einem geschultem Moderator in dem Krisensituationen, Belastungssituationen unter Kollegen geäußert werden.
00:16:49: Und da ist natürlich immer eine besondere Vertrautheit aber auch ein Vertrauensverhältnis notwendig wenn so was passiert.
00:16:55: denn wir alle wissen wie schwierig es sich unter Umständen Fehler einzugestehen oder auch allein und schon nur die Zweifel oder Unsicherheiten einzugistehen in einer Situation wo eigentlich jeder von den Ärzten erwartet dass sie mal alles wissen und alles können.
00:17:07: Ich
00:17:09: glaube auch, dass da die Struktur des empathischen Gesprächs, wenn man sich daran hangeln kann, dass das auch vielleicht so eine Emotional-Distanz aufbauen kann.
00:17:16: Dass man da eher sich aufs Rational konzentriert als auf das Emozionale.
00:17:22: Rational und emotional sind zwei sehr schöne Begriffe, die wir in der Empathie natürlich werten können.
00:17:26: Und ihr habt euch wahrscheinlich auch mal angeguckt was versteht man denn unter Empathien überhaupt so?
00:17:32: Und was kann oder was sollte der Mediziner irgendwie darstellen.
00:17:37: Also das schöne Gespräch, dass du vorher geschildert hast beim Orthopäden.
00:17:41: Da war jetzt nicht so wirklich viel Reaktion auf die sehr klaren Emotionen des Patienten da.
00:17:48: Ich muss als Orthopädin der Situation vielleicht nicht mitfühlen weil also die Arthrose in der Hüfte ist nichts was für mich untypisch ist, was ich vielleicht sogar tagtäglich mehrfach täglich sehe.
00:17:59: Da habe ich eine gewisse Normalität.
00:18:01: aber ich muss begreifen, Wie das Vorhör sagt, da geht ein Teil meines Lebens irgendwie gerade den Bach runter und ich muss die Situation tatsächlich sein aufgreifen.
00:18:13: Wie ich das aufgreife?
00:18:15: Muss nicht mitfühlen sondern ich muss Verständnisse dafür zeigen dass da was passiert Und wie hast du immer so schön sozialadäquat darauf reagieren Dass der Patient weiß.
00:18:24: Meine Bedenken meine Sorgen meine Ängste werden gehört Und mein Gegenüber ist bereit dazu mich dabei zu unterstützen dass diese ängste weniger werden dass die situation vielleicht auch einfacher für mich wird.
00:18:36: Das setzt aber dann eben auch voraus, dass ich erst mal mitbekomme.
00:18:39: warum ist das denn für den anderen so schlimm?
00:18:41: und glaube, dass wirst du auch ganz aufgehört haben wenn es um schwierige Gespräche geht, wenn's um Emotionen geht, dann manchmal in einen Schritt zurückgehen und nicht sagen eh Ich weiß sowieso was bei dem passiert sondern ich frage vielleicht sicherheitshalber nochmal nach oder ich stelle noch einmal eine Frage um zu verstehen Was in der Person die mir gegen Übersetzkarte tatsächlich vorgeht
00:19:02: Und dann sicher auch noch als zusätzlichen Tipp den Soundtrack, den wir am Eingangs gehört haben.
00:19:09: Enjoy the Silence von Depeche Mode.
00:19:11: also einfach mal ruhig sein.
00:19:13: Einfach mal die Klappe halten!
00:19:15: Ja dieses einfach mal die klappehalten.
00:19:17: ich glaube das ist das.
00:19:18: jetzt können wir unsere junge Medizin studierende fragen dass das das worauf sie natürlich auch nicht so wirklich trainiert werden.
00:19:24: Also wir sind aus der Schule Wir sind aus dem Studium darauf trainieren.
00:19:28: wenn eine Frage irgendwas offen steht bringe ich Informationen, dann leiste ich irgendwas.
00:19:33: Dann zeige ich meine Kompetenz dadurch, dass ich jetzt ganz viel Zusatzinformation bereit stelle.
00:19:39: Dass das aber gerade wenn es um Emotionen geht, wenn's um Patienten geht und es um schwierige Gespräche geht manchmal gar nicht wirklich hilfreich ist weil der Patient grade ganz woanders ist.
00:19:49: Das müssen sie tatsächlich üben und für sich selber auch mal aushalten.
00:19:53: denn Also jeder, der in der Kommunikation das schon mal ausprobiert hat versucht man tatsächlich nur dreißig Sekunden still zu sein und nichts zu sagen.
00:20:02: Das wird also... Wir kennen es alle aus den Vorlesungen ähnliches.
00:20:06: Dann kommt so eine ganz seltsame Stimme irgendwie raus.
00:20:10: Und dann lang die dreißige Sekunde?
00:20:11: Genau, die
00:20:11: dreizig Sekunden sind so lange!
00:20:13: Die tun so weh weil ich ja ganz viel Information hatte.
00:20:16: aber genau diese dreizig sekunden dieses warten an den richtigen Stellen wird von den Patienten sehr geschätzt und wir merken das auch immer wieder bei den Simulationspatienten, die tatsächlich auch eben ihre Position zurückmelden.
00:20:31: Und dann zeigen wie sowas wirken kann.
00:20:34: denn es gibt ganz viele auch nonverbale Signale, die der Patient natürlich aussendet, die wir als Beobachter, als Gesprächspartner natürlich wahrnehmen müssen.
00:20:45: also typisches Thema ich schaue jetzt gerade hier in die Runde Solange der Blickkontakt da ist, ist eine Aufmerksamkeit.
00:20:53: Ihr werdet aber gerade in schwierigen Gesprächen merken, dass dann ganz häufig die Augen nach oben gehen oder weggehen und wenn ich in so einer Situation weitere Informationen bereitstelle, kommunizieren möchte, kann ich mir fast sicher sein, dass sie nicht dort ankommen wo sie hin sollen.
00:21:09: Also wir lernen hier wahnsinnig viel von dir was allgemein für jeden gilt!
00:21:13: Nicht nur für die Medizin das gilt ja für alle Bereiche des Lebens.
00:21:16: Du bist aber hier, hast du ja Ariane Eingangs gesagt als Modul-Sprecher an der LMU und da wollen wir natürlich hören sozusagen dein Werbeteil.
00:21:25: Was tust du da?
00:21:26: Was ist es was ihr da als Besonderheit anbietet?
00:21:29: Genau, Besonderkeit ist immer so die Sache!
00:21:31: Wir haben in den letzten ja beinahe schon zehn zwölf Jahren ein sogenanntes longitudinales Kommunikationscurriculum aufgebaut dass die Studierenden in der Vorklinik mehr oder weniger abholt ihnen Grundlagen mit gibt und Sätze der Haltung auch das der Arztrolle mitgibt, dass dann erste Übungen beinhaltet.
00:21:51: Mit einem gewissen Format.
00:21:53: wir nennen es Patienten orientiertes Kommunikationsformat weil dieses Format gab's auch schon vor uns also vor dem longitudinalen Curriculum in dem die jungen Medizinerinnen oder heranachsenden medizinerInnen mit Schauspielpatienten herausfordernde Situationen trainieren.
00:22:10: Ursprünglich gab es davon nur einen Termin mehr oder weniger.
00:22:14: Den hatten sie irgendwie im zweiten klinischen Jahr und wir haben von den Studierenden eben gehört, dass sie viel mehr Übungen brauchen, so ähnlich wie Israel-Fahrer gesagt hat.
00:22:24: Und haben dann mit den entsprechenden ärztlichen Kollegen in den verschiedenen Modulen weitere solche Trainings installiert und haben darauf Wert gelegt.
00:22:32: das ist eben tatsächlich sich's longitudinal weiterentwickelt.
00:22:35: Das heißt also von einfachen Situationen die dann letztendlich mit den jeweiligen Modulthemen integriert werden.
00:22:43: Das heißt also, beispielsweise innere Medizin im Modul III und XX an der LMU oder der Neurologie um Psychiatrie in Modul IV und in Modull V dann der Palliativmedizin und haben versucht dann letztendlichen klarzumachen auch den Dozierenden natürlich welche Voraussetzungen kommen die Studierenden?
00:23:03: Welche Anforderungen können auch die Schauspielpatienten letztendling stellen und das ist natürlich auch was, was sich so steigert.
00:23:11: Und welche Themen werden behandelt?
00:23:13: Das heißt also wir haben in der Partiativmedizin tatsächlich das Gespräch mit dem Sterbenden als so... ich bin nicht sagen Abschluss aber mehr oder weniger größte Herausforderung weil es auch ein Tabuthilmer der Mediziner anspricht nämlich dass reden über den Tod ist nichts was Studium so ganz offen gelehrt wird.
00:23:31: Wir gehen dann in die Psychiatrie Neurologie wenn's um Auswahlerscheinungen geht.
00:23:36: Fahreignung, Anorexie, Sucht, Alkoholabusos sind dann die Themen, die dort mitgesprochen werden.
00:23:43: Die dann auch schon eine relativ hohe Herausforderung haben in so Bereichen wie Motivational Interviewing also Verhaltensänderungen an Leiden geht und gehen dann im ersten Pox mit Simulationspatienten um mit Teilung einer schlechten Nachricht HIV-Information für so ein Thema oder eben auch Compliance Fragen wenn die junge Patientin mit einer Angehörigen gemeinsam eben sich nicht spritzen will, wenn sie Diabetes hat.
00:24:11: Und diese Herausforderungen steigern sich und wir versuchen auch teilweise die Patientengeschichten über diese verschiedenen Poks mitzunehmen damit die Studierenden sehen wer der am Anfang mit Magenschmerzen zu mir in die Praxis kommt und Medikament möchte.
00:24:25: Der kann dann was weiß ich zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre später tatsächlich auf der Palativstation liegen.
00:24:30: man sieht so eine gewisse Patientenhistorie und sieht eben auch wie sich Dinge entwickeln können.
00:24:36: Jan hat sehr interessiert, jetzt zugehört.
00:24:38: Du bist ja nicht an der LMU sondern in Augsburg an der Uni.
00:24:42: Habt ihr was Vergleichbares?
00:24:44: Kommt dir das bekannt vor, was du jetzt zu gehört hast?
00:24:46: Genau ich fand es gerade sehr spannend weil ich bin hier in einem Modellstudiengang und die LMU ist ja ein Regelstudiengang dass sie auch so langitudinale Module haben, wir sind ja auch von Anfang an einmal klinisch und aber auch wissenschaftliche langitudinal Module haben.
00:25:02: Und auch von Anfang an, wir haben sehr früh auch diese empathische Gesprächsführung als Unterrichtspach.
00:25:07: Haben wir es nicht?
00:25:08: Sondern in der medizinischen Psychologie haben wir das integriert und durften auch dann sehr früh schon da üben einem Patienten, einen Schauschulpatienten... ...und dann gab's noch eine praktische Prüfung bei mir!
00:25:18: Also im dritten Semester in der Vorklinik noch haben wir dann eine praktischere Prüfungen, ein pathischer Gesprächssührung gehabt.
00:25:24: Das Setting, die Rahmenbedingungen schaffen ist natürlich was ganz Wichtiges.
00:25:27: und gehen wir wieder zurück zum Orthopäden.
00:25:31: Ich sitze mehr oder weniger vor einem Röntgenbild, hab eigentlich noch keine Ahnung.
00:25:35: Hoffentlich nur okay.
00:25:36: der sagt mir schon die vier Wochen und dann wird schon alles wieder gut.
00:25:40: Und ich krieg dann mehr oder menos die Wartchen wie es im Bayerischen so schön heißt, wurde etwas vorher hingeschmissen das mir sagt na ja ein Teil deines Lebens wird so nicht weitergehen.
00:25:52: Du hast es gerade sehr schön geschrieben wenn ich einen Rahmen schaffe der sollte dann eben mehr oder weniger vertraulich sein, das heißt also nicht unbedingt auf dem Gang wäre so ein typisches Thema.
00:26:00: Ich bin vorbereitet als Ärztin-Arzt.
00:26:03: Das heißt ich habe mir auch so ein bisschen überlegt was könnte das denn bei dem Auslösen?
00:26:07: Welche Informationen brauche ich möglicherweise?
00:26:10: und ich mache vielleicht auch nochmal... war das was du vorher angesprochen hast.
00:26:14: Ich leite so ein bißchen ein.
00:26:15: Also wir waren ja letzte Woche mehr oder weniger hier und sie haben das Rontenbild gemacht.
00:26:19: Wir haben jetzt in der Zwischenzeit uns das Rondenbild angeschaut.
00:26:23: Ich hatte ihn ja schon angedeutet.
00:26:24: Da müssen wir mal genauer draufgucken und es hat sich jetzt so dargestellt, dass jetzt tatsächlich was da ist, worum wir uns kümmern müssen.
00:26:33: Das wäre eine Andeutung und dann kann ich eben auch in diese Situation hineingehen.
00:26:37: Dann ist der Patient vorbehaltet.
00:26:39: Er hat ein gewisser Erwartungshaltung an das Gespräch.
00:26:43: In der Folge des Gesprächs geht's darum, die Emotionen aufzugreifen, ihnen Zeit lassen aber auch die nächsten Schritte mit ihm zu besprechen.
00:26:51: Worum geht es in dem eigentlich?
00:26:53: Was ist denn da jetzt irgendwie drin, wenn's um eine OP geht.
00:26:56: Lässt sich die noch unter Umständen eine gewisse Zeit raus schieben?
00:26:59: gibt's irgendwelche Therapien in der Zwischenzeit und wie sieht das in der Folge wieder aus?
00:27:03: aber dafür braucht sie dann eben auch die Übung.
00:27:06: Alexander du hast jetzt ein sehr schönes Beispiel gegeben und erklärt wie es gut laufen kann und alles.
00:27:11: Wir, Ariane und ich haben das große Ziel des auch.
00:27:14: Also du vor allem Ariane Ich als Patiente auch da sieht es besser hinnehme jedenfalls wir wollen so ein Gespräch testen.
00:27:20: Du hast gesagt Das kannst du mal mit uns machen Und uns da so durchleiten was ich sehr schön finde und das würden wir gerne jetzt machen.
00:27:28: Genau das haben wir uns so ein bisschen vorüberlegt damit ihr mal So auch mehr oder weniger als höhere Mal zuhören könnt.
00:27:33: wie könnte zum gespräch aussehen?
00:27:37: Versuchen eben genau das, was wir gerade gesagt haben.
00:27:39: Viel Übung nicht nur in der Theorie.
00:27:41: Wir haben auch Vorlesungen zu dem Thema klar aber es geht halt darum die Studierenden ans üben, ans reflektieren zu kriegen und da helfen solche kleinen Simulationen oder eben auch größere Simulation aus und ich habe den beiden jetzt gerade ein ganz kurzes Merlinger Skript gegeben dass einmal den Patienten irgendwie darstellt und einmal dem Arzt so ein bisschen sagt worum geht's denn?
00:28:05: Rahmenbedingungen ist.
00:28:06: jetzt ein neuer Patient kommt in die Praxis.
00:28:10: Die junge Ärztin weiß momentan noch gar nicht so viel, aber sie weiß nur hat sich gerade ganz kurzfristigen Terminen geben lassen wurde vorne schon bisschen zurückgehalten weil hat wohl keine Zeit und will irgendwie was nicht und kommt jetzt mehr oder weniger in das Gespräch rein.
00:28:26: Und die normale Abfolge, die wir in solchen Gesprächen eben versuchen also dieses Lehrformat dass wir versuchen da umzusetzen hat viele mitzutun, dass wir die Perspektiven der Parteien dann nachher abfragen.
00:28:38: Das heißt also, wir lassen jetzt erst mal dieses Gespräch kurz durchlaufen und dann wird die Ärztin erstmal überlegen wie lieft denn das Gespräch für mich?
00:28:48: Und kriegt dann von dem Patienten vielleicht sogar vom Schauspielpatienten oder einem Realpatienten tatsächliches Feedback zurück und erst dann kommen die Zuschauer, die beobachter oder der Dozent dazu, der dann ein Feedback gibt.
00:29:03: Dann fangen wir doch mal an.
00:29:04: Ich fühle mich gar nicht beobachtet oder irgendwas.
00:29:07: Okay, guten Tag!
00:29:10: Herr Neberna hier... Was führt Sie denn zu mir?
00:29:13: Hallo mein Name ist Martin Eulitz und ich bin ein erfolgreicher Manager und ich habe es sehr eilig.
00:29:18: Und ich hab leichte bis mittelstarke Kopfschmerzen.
00:29:22: Aber ich hab's echt eilige.
00:29:23: Okay.
00:29:25: Können sie die Kopfschmetzen genauer erklären?
00:29:27: Kommt das stärker wird er schwächer, könnt ihr es provozieren?
00:29:32: Wie ist der, also strahlt das irgendwo aus?
00:29:34: Also irgendein Gebiet.
00:29:36: Können Sie das vielleicht ein bisschen genauer erklären?
00:29:38: Es ist ganz einfach.
00:29:39: Ich habe relativ starke Kopfschmerzen gerade und ich arbeite sehr viel und bin sehr eingespannt im Beruf.
00:29:44: Und es ist einfachste wäre wenn sie mir einen Schmerzmittel verschreiben und ich gehe wieder.
00:29:47: Ja, ich sehe auch dass die grad ziemlich unter Stress sind und dass sie ja auch das belastet.
00:29:53: Ich fühle trotzdem ganz kurz auf diesen Schmerzerakt, da gehen wir sonst.
00:29:57: Sonst kann ich das nicht genau einordern.
00:29:59: Also können Sie das doch ein bisschen erklären.
00:30:02: einfach kommt der Schmerz in der Nacht beispielsweise oder können Sie das provozieren?
00:30:07: Arbeiten Sie viel am Bildschirm, dass sich das ein bisschen einordnen kann.
00:30:11: Ja ich sitze viel vor dem Computer ist schon ganz klar.
00:30:13: aber ich war bei Ihrem glaube ich etwas erfahrener und Kollegen die letzten Jahre und er hat mir immer einen Schmerzwert verschrieben.
00:30:19: Das war überhaupt kein Thema.
00:30:21: also da jetzt so eine große Diskussion zu führen, da sehe ich gar keinen Sinn drin.
00:30:24: Sie verstehen aber auch, dass ich das ein wenig einordne muss bevor ich ihn einfach Schmerznittel verschreiben kann.
00:30:29: Also, ich kann gerne später über Schmerzvertreter sprechen.
00:30:32: Aber vorher muss sich kurz diesen Kopfschmerz einfach einordnen und auch wir müssen auch auch forschen warum sie überhaupt diese Kopfschmärzen haben.
00:30:41: Man kann ja... also wir müssten einfach mal kurz durchatmen und dann einfach diesen Kopf-Schmerz anschauen.
00:30:48: Und dann können wir weiter denken.
00:30:49: deswegen kurz.
00:30:51: Wann kommt dieser Kopf-Schmerz?
00:30:53: Ist das schlechter?
00:30:54: Haben Sie schon was gemacht damit es vielleicht besser wird, damit ich das kurz einschätzen kann?
00:30:59: Ähm... Also ich glaube, danke für das Time-Out.
00:31:03: Weil es wäre jetzt schwierig geworden.
00:31:05: Ja,
00:31:05: das stimmt!
00:31:07: Genau.
00:31:07: und dann geht's eben tatsächlich ans Eingemachte wie sie immer so schön heißt.
00:31:10: Und ihr habt aber schon gemerkt... So einfach ist das einfache Gespräch gar nicht.
00:31:14: Und zwar für beide Seiten nicht, oder?
00:31:17: Ich muss jetzt hier verbalisieren die beiden stehen jetzt gerade grinsen irgendwie leicht
00:31:22: fast Schweiß über
00:31:23: den Spontier.
00:31:23: Habe
00:31:23: doch noch
00:31:25: nicht so einfach.
00:31:27: Wie hast du dich denn gefühlt in dem Gespräch?
00:31:29: Ja, also ich als erstes muss ich ja das mal kurz analysieren.
00:31:34: Was hat da gerade?
00:31:35: Also Kopfschmerzen kann so viele verschiedene Ursachen haben und wie ist der Charakter?
00:31:39: Es kann Cluster-Kopfschmerz geben es kann verschiedene Sachen geben Da gibt's ja auch verschiedene Medikamente, sei es Mikroenergie.
00:31:46: Das sogar gibt ... Ja, Vigrenna ist jetzt aber da gibt's verschiedene Medikanente, die man geben kann.
00:31:51: Ich kann das nicht einfach damit irgendwie Schmerzmittel draufballern und das dann zu therapieren.
00:31:57: Wir können das analysieren.
00:31:58: Aber zuerst muss ich ja Anonese machen, Symptome vielleicht irgendwelche Vorerkrankungen-Medikamente.
00:32:05: Die ja schon nimmt dies vielleicht beeinflussen.
00:32:06: Da braucht ihr ein bisschen mehr Informationen?
00:32:09: Genau,
00:32:09: ich brauch so viele Informationen!
00:32:11: Habt ihr aber gemerkt?
00:32:12: Ich hab gefragt, wie ging's dir in dem Gespräch.
00:32:14: Und das Einzige was war oder war es jetzt gerade zurückgekommen ... Medizinisch brauche ich viel mehr Information und dann kann ich meinen Schema abarbeiten und wissen, was ich richtig machen muss.
00:32:24: Aber wie hast du dich gefühlt in der Situation jetzt grade?
00:32:29: Mhm!
00:32:29: Sehr gedrängt also sehr beträngt vielleicht auch so.
00:32:33: ja ich musste es jetzt machen und ich war so.
00:32:35: ich mach das jetzt aber nicht.
00:32:37: Das sehe ich jetzt gar nicht ein.
00:32:40: Aber das mache ich jetzt nicht, nein, das sehe ich gar nicht.
00:32:46: Ich bin die Ärztin und du bist der Patient.
00:32:48: Und genau, also ich weiß was gerade in Institutionen richtig ist und da muss ich es dafür auch einstehen.
00:32:54: Also ich war sehr gefordert auch.
00:32:56: Genau, schönes Beispiel dafür dass wir faktisch in so einem Dilemma stehen.
00:32:59: Also habe meine professionellen Ansprüche, die ich habe und ich hab die Bedürfnisse des Patienten auf der anderen Seite und wie kriege ich das irgendwie zusammen oder Mein Verständnis von diesem Konzept der Behandlung an den Patienten kommuniziert.
00:33:13: Also eine ganz klare, kommunikative Aufgabe.
00:33:15: und jetzt hören wir uns doch mal an... Bin ich gespannt!
00:33:17: ...wie der Patient sich gerade gefühlt hat in der Situation?
00:33:21: Es war für mich ganz beeindruckend.
00:33:23: Ich war dann in der Rolle drin und wollte auch gar nicht mehr raus.
00:33:25: Und die, ich kenne die Ariane jetzt schon einige Zeit und ich schätze sie sehr und sie lächelt einen an und so.
00:33:32: Aber ich habe gesehen wie schwierig es für Sie geworden ist irgendwie auf eine normale Arzt-Patientenverhältnis zu kommen.
00:33:42: Ich habe gemerkt, sie will irgendwas Gutes für mich tun, andererseits sie will auch das jetzt durchsetzen was sie medizinisch gelernt hat.
00:33:49: und da sage ich natürlich nicht, dann mache ich zu!
00:33:51: Ich möchte meinen Medikament.
00:33:52: wenn ich es nicht kriege gehe ich zum anderen Arzt, dann krieg' ich das dort so während des Themaes.
00:33:58: Da wird ja eigentlich der Arzt der sich um den Patienten kümmerte und versucht, bestmöglich ist ihn zu machen.
00:34:03: Der wird dann schlechter gestellt als jemand, der sagt, okay, lass ich durchlaufen, er kriegt sein Medikament oder soll er wieder gehen?
00:34:09: Er hat das schlechtergestellt.
00:34:10: und so ist das Thema.
00:34:11: also wenn ich Ariane ans Fragen würde, gibt es eben tatsächlich gewisse Voraussetzungen für mehr oder weniger eine Verschreibung eines Medikaments und die Zuhörer werden natürlich auch wissen.
00:34:22: Ich brauche zuerst mal die Indikationen und wenn ich keine klare Indikations habe die Patientensicherheit nicht irgendwie garantieren kann, dann kann ich mich einfach was verschreiben.
00:34:32: Das sind so die anderen Dinge, die da mitlaufen und auf der anderen Seite genau das, was du ansprichst.
00:34:39: Ich habe natürlich das Risiko, dass ich so einen Ärzte-Shopping habe und wenn ich es da nicht kriege, dann hol ich's mir beim nächsten.
00:34:45: Jetzt wäre die Frage an dich als Patient, was hättest du dir denn gewünscht?
00:34:49: Wo hätte sie dich abholen können?
00:34:51: Ja!
00:34:52: Und guter Punkt.
00:34:53: Also ich fand, du bist sehr schnell Ariane auf den Art des Kopfschmerz gegangen und wollt es dann... hat mir ganz viele verschiedene Fragen gestellt dazu.
00:35:01: Da hätte ich mir gewünscht wirklich mehr Ruhe erst mal drauf kommen lassen und erstmal so ein bisschen ausreden lassen und so wirklich ausschwätzen lassen und dann sagen jetzt mal ganz ruhig und wir gehen jetzt in ganz langsam in folgenden Schritten?
00:35:16: Ja!
00:35:16: Ich glaube da tue ich mich auch noch schwer einfach diese Ruhe reinzubringen weil ich bin dann so Was willst du mir denn hier gerade sagen?
00:35:24: Dann gehe ich auch mit der Dynamik sehr einfach mit.
00:35:28: Ich muss dann einfach diese Dynamik rausnehmen und natürlich noch schwer, aber das stimmt voll!
00:35:32: Ich hätte einfach kurz ... Atme mal kurz durch.
00:35:35: Sie haben Schmerzen... Jetzt gehen wir erstmal auf die Ursachensufe.
00:35:40: So erst mal so kurz, kurz tief durchatmen und dann glaube ich wäre es auch ... Er hat das vielleicht auch eine andere Dynamik angenommen, aber da sind wir wieder bei Schweigen aushalten.
00:35:50: Die dreißig Sekunden, die sind lange!
00:35:53: Genau.
00:35:54: und jetzt wäre natürlich so meine Möglichkeit was ich bei Rehane beobachtet habe gerade wenn ich so mehr oder weniger erste Kontakte mit Patienten hab dann ist natürlich die Frage Ich muss ja erstmal in der Beziehung aufbauen Und wir haben es ja auch so in der Folge dann gemerkt dann kommen solche Vorurteile des Patienten manchmal, oh die junge Ärztin und bei ihrem erfahrenen Kollegen bin das ganz anders.
00:36:17: Nutzt tatsächlich es gibt so einen schönen Begriff der Golden Minute diese erste Minute tatsächlich aus.
00:36:23: wir kommen nochmal ein bisschen Smalltalk zu machen zu sehen.
00:36:25: hey sie sind angekommen haben Termine gekriegt äußern Sie doch mal ihre Bedürfnisse und worum es jetzt eigentlich geht und führen Sie das mal aus.
00:36:34: und diese erste minute wenn ich da nicht unterbreche und mich zu viel rein mache Dann habe ich die Möglichkeit tatsächlich so eine Beziehungsbasis eben zu schaffen, die dann nachher belastbar wird.
00:36:46: Die dann auch vielleicht die unangenehmeren Fragen zulässt.
00:36:50: Dann sind wir mal ganz dreist bei so einem weniger hoch gestressten Manager da jetzt natürlich drum hat der vielleicht noch andere Probleme Rauch und Trinken Schlafprobleme was ganz viel natürlich dann auch für deine spätere Diagnose als relevante Informationen bringen kann.
00:37:09: Das gibt ja aber nur Preis, wenn er sich wohlfühlt.
00:37:13: Wenn er das Vertrauen erst mal aufbaut und wenn er... Und das finde ich hast du sehr schön gemacht.
00:37:17: Merkt dass du dich eigentlich um ihn sorgst.
00:37:19: und ein Beispiel was mir eben aufgefallen wäre oder ob es mehr aufgefallen ist in der Situation ist, dass du gemerkt hast, dass ihm das nahegeht, dass er da einen Problem hat und das auch angesprochen hat.
00:37:31: Also du hast ja so ein kleines Nurse schon mit reingenommen und hast dann versucht eben zu weiter zu explorieren sehen, woher kommt das.
00:37:39: Und es werden solche Dinge, die man natürlich in so einer Simulation, so einer kurzen Simulationen sehen kann und dann eben auch in der Selbstreflektion sich nachher mal überlegen kann.
00:37:48: wie kann ich das denn ausprobieren?
00:37:50: Dann ist natürlich schön wenn wir das noch einmal machen können.
00:37:52: in der Folge, wenn man aber auch wahrnimmt und wie positiv du in der Situation aber trotzdem geblieben bist obwohl du Stress gefühlt hast, obwohl dich Getränke fühlte hat man dir das nach außen oder auch an der Sprache nicht angemerkt.
00:38:08: Das wären solche Sachen, wo man sagt das bitte beibehalten.
00:38:11: und dann sind wir bei dem Thema wie kriege ich mehr oder weniger ein konstruktives Feedback an die Studierenden aber eben auch später an die Ärzte dass das in einer Situation auch so funktionieren kann.
00:38:22: Wir haben vorher kurz darüber geredet.
00:38:25: ein realistisches Feedback von Patienten krieg' ich im normalen Praxis ganz selten weil da die Hürden was zu hoch sind weil man es noch nicht so kennt.
00:38:37: In Teamups sieht man manchmal anders aus, das heißt also nutzt die Möglichkeit tatsächlich mal Feedback von anderen euch einzuholen oder sitzt bei anderen mit dabei und bietet an dass ihr Feedback gibt.
00:38:48: Denn das bringt euch was, es bringt den Patienten letztendlich etwas aber auch eurem Teamkollegen.
00:38:52: Ich bin fast ein wenig traurig weil ich das wäre jetzt zum Thema auf das wir als nächstes hätten übergehen können auch das kollegiale Feedback und die Struktur Kommunikationskultur wie sie in Krankenhäusern teilweise auch im Praxen herrscht.
00:39:05: Aber das schaffen wir heute gar nicht mehr, denn wir haben uns schon dem Ende unserer Folge genihrt.
00:39:11: An dich Ariane die Frage was nimmst du aus der heutigen Folge mit?
00:39:15: Ja dass man mit Kommunikation ganz viel ausrichten kann, dass man es wirklich auch als Werkzeuges-Tool benutzen kann und was eigentlich auch vielleicht genauso... Nicht genau so aber wirklich genauso viel Effekt hat wie auch eine Therapie manchmal weil man einfach mit den Leuten reden kann ... auch die Leute abholen kann, wo man steht und dann auch die Ängste nehmen kann.
00:39:36: Das fand ich... Also das ist wirklich ein sehr großer Skill ist den der viel Effekt
00:39:41: hat auch
00:39:42: beim Patienten.
00:39:44: War nicht sehr interessant!
00:39:45: Und lieber Alexander was hast du noch für die Hörerinnen und Hörern?
00:39:49: Die Medizin studierenden weltweit sag' ich immer dazu zumindest in München oder
00:39:54: Bayern.
00:39:55: Was hast Du für die noch einen Tipp an Ratschlag?
00:39:58: Macht euch bewusst wie wertvoll eure Kommunikation für den Patienten sein kann, aber auch wie gefährlich.
00:40:04: Das ist immer so das Thema und wir haben alle schon mal von Platzsebe- und Notseboeffekten gehört, von Komplienz steigenden Möglichkeiten die durch die Kommunikations entstehen.
00:40:13: und ich fand es gerade so schön, weil er sagte Kommunikacion oder Therapie.
00:40:19: und wenn wir in andere Gesundheitsbereiche schauen bei dem Psychiatern beim Psychotherapeuten dann ist genau Die Kommunikation des Werkzeug der Therapie und damit auch gleichzeitig die Therapie.
00:40:29: Und wenn ihr euch bewusst werdet in eurem Alltag, dass euer Gespräch schon beginnen oder die tatsächliche Therapie ist dann habt ihr ganz viele Möglichkeiten den Patienten weiter zu helfen und auch euch letztendlich.
00:40:43: Dankeschön!
00:40:44: Danke
00:40:44: schön!
00:40:57: Mario Munke, Sophie Pfeiffer und Florian Schalla.
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