Das Praktische Jahr (PJ) im Fokus (Staffel 2)
Shownotes
In dieser Episode der Gesundheitsarena tauchen wir tief in die entscheidende Phase des Medizinstudiums ein: das Praktische Jahr (PJ). Unser Moderationsteam Ariane Berner und Martin Eulitz spricht mit seinen Gästen darüber, wie du dich optimal auf das PJ vorbereitest, welche Strukturen dich erwarten und welche Erfahrungen dir den Einstieg erleichtern.
👥 Zu Gast: • Anna Kühnl – Assistenzärztin in der Chirurgie in Neustadt a.d. Aisch, ehemalige Medizinstudentin an der FAU • Prof. Dr. Marco Roos – Leiter des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin Bayern (KWAB), Lehrstuhlinhaber Allgemeinmedizin an der Universität Augsburg
🎯 Darüber sprechen wir: • Aufbau des PJ: 3 Tertiale – Innere Medizin, Chirurgie & Wahlfach • Wie läuft die PJ Bewerbung ab? • Ergebnisse des PJ Barometers 2025 – nur 6 % fühlen sich sehr gut auf die bevorstehenden praktischen Aufgaben im PJ vorbereitet • Warum praktische Erfahrungen vor dem PJ Gold wert sind • Unterschiede zwischen Klinik und Praxis • Mentoring & 1:1 Betreuung in der Hausarztpraxis • Wie dein ambulantes PJ Tertial in der Hausarztpraxis abläuft – und welche finanzielle Förderung du dabei sogar von der KV Bayerns erhalten kannst
🎧 Ideal für alle Medizinstudierende, angehende Assistenzärzt*innen und PJ-Lehrende, die den Übergang vom Studium in den ärztlichen Beruf besser verstehen wollen.
📌 Wichtige Links: • Alle Informationen zur PJ-Förderung der KVB: https://www.kvb.de/kuenftige-mitglieder/studium/pj-foerderung-praktischesja • Dein Weg ins ambulante PJ-Tertial - unser PJ-Wegweiser für dich: https://www.kvb.de/fileadmin/kvb/Kuenftige/Nachwuchsfoerderung/PraktischJA/KVB-Infoblatt-Wegweiser-PJ-Nachwuchs.pdf • "Beste Landpartie"-Programm für angehende Landärzt*innen: https://www.stmgp.bayern.de/service/foerderprogramme/bela-programm/ • PJ-Barometer des Marburger Bund: https://www.marburger-bund.de/pressemappe
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich hatte in der Hausarztpraxis, wo ich war nie das Gefühl Wissen hinterherrennen zu müssen.
00:00:07: Ich habe mit meiner Chefin, das ist die Martina, ne ganz tolle Beziehung.
00:00:11: Wir haben uns kollegial ausgetauscht und man wächst mit seinen Aufgaben.
00:00:16: Natürlich fängt man im PJ erstmal klein an, macht erstmal Laboraufgaben, lernt das Team kennen.
00:00:21: Aber das Ziel war es auch für mich irgendwann die Sprechstunde zu übernehmen.
00:00:25: Nehmt euch das, erprobt euch, und lasst euch da hinführen, dass ihr dann einen sicheren Berufseinstieg habt.
00:00:46: Ja und damit herzlich willkommen zur zweiten Staffel der Gesundheitsarena!
00:00:50: Alles neu bei uns in der Arena.
00:00:52: Und vor allem habe ich, worüber ich mich total freue, jetzt inzwischen eine Co-Moderatorin bekommen, die Ariane.
00:00:58: Hallo Ariane.
00:01:00: Hallo, ich freue mich auch sehr hier sein zu dürfen,
00:01:02: auch als Repräsentantin uns Medizinstudierenden.
00:01:06: Und genau kurz über mich.
00:01:08: Ich studiere in Augsburg Medizin aktuell, komme jetzt ins 8. Semester und auch Random Fakt am Rande – auch wenn wir im Medizinsstudium viel lesen müssen...
00:01:16: ich bin voll der Bücher-Nerd.
00:01:18: Unser Thema heute ist das praktische
00:01:20: Jahr - PJ,
00:01:21: was hätte ich da als Studierende, Studierender gerne vorher darüber gewusst?
00:01:26: Und dazu haben wir uns Gäste eingeladen.
00:01:28: Genau, dürfen wir einmal herzlich willkommen heißen,
00:01:31: Anna Kühnl, ehemalige Medizinstudierende, die jetzt aber auch schon in das erste Jahr von Assistenzarztzeit gekommen ist.
00:01:38: Anna ist tätig in der Chirurgie in Neustadt an der Aisch und freizeittechnisch habe ich gehört, dass du sehr gerne reitest und auch gerne kochst,
00:01:47: oder zumindest hast du damals als du das PJ in der Allgemeinmedizin angefangen hast deine Lehrpraxisinhaberin zum Kochen eingeladen.
00:01:55: Was hast du denn damals gekocht?
00:01:56: Weißt du das
00:01:57: noch?
00:01:58: Ja, das war tatsächlich gar nicht so lange her.
00:02:00: Das war am Ende des PJs und die Ärztin bei der ich das PJ gemacht habe, die kenne ich schon ziemlich lange.
00:02:08: Da war ich schon Klinikstudentin oder Werkstudentin, wie auch immer man das nennen möchte.
00:02:13: Dadurch kannte ich sie sehr gut und jetzt zum Abschluss des Studiums kam sie auch vorbei und da haben wir Rouladen gemacht – und natürlich auf fränkische Art!
00:02:22: Meinen Abschluss des Studiums gefeiert.
00:02:24: Ach, schön!
00:02:25: Und der zweite Gast heute hier am Tisch ist Professor Dr.
00:02:28: Marco Roos und ich habe hier so eine Moderationskarte und einen riesen Lebenslauf und ich sage mal so paar Stationen daraus. Hat Humanmedizin studiert,
00:02:38: seit 2017 bist du Leiter des Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin Bayern.
00:02:45: Zum Februar 2020 hast Du einen Ruf erhalten von der Universität Augsburg auf den Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der dortigen medizinischen Fakultät.
00:02:55: Als ob das noch nicht schon genug wäre, bist du auch selber als Allgemeinmediziner in einem medizinischen Versorgungszentrum in Augsburg tätig.
00:03:06: Stimmt das alles soweit Marco?
00:03:07: Das ist alle sowei korrekt!
00:03:09: Und wenn das alles stimmt hast du noch irgendwelche anderen Hobbys außer der Medizin?
00:03:14: Ja, doch habe ich tatsächlich auch noch.
00:03:16: Aber danke erstmal für die Einladung!
00:03:18: Es hat mich total gefreut und als ich die Einladung gelesen hab, dachte ich darüber nach, dass ich vor etwa 20 Jahren tatsächlich auch selber PJ in ner Hausarztpraxis gemacht habe.
00:03:28: Dann bin natürlich Hausarzt geworden. Dann war ich der Lehrarzt von PJ-Studierenden und jetzt an der Uni Augsburg bin ich sozusagen verantwortlich für die Durchführung des PJs in der Allgemeinenmedizin an der Universität Augsburg.
00:03:40: Das ist so ein schöner Kreis, der sich hier irgendwie schließt.
00:03:44: Ansonsten sind Hobbys natürlich, dass ich ganz viel Sport mit meinen Söhnen mache.
00:03:48: Wir sind alle Tennis-Cracks und deswegen ist fast jedes Wochenende der gelbe Filzball in der Luft.
00:03:54: Und wer ist am besten
00:03:55: in der Familie?
00:03:56: Der kleinste natürlich!
00:03:58: Der hat die besten Anlage, den natürlichsten Schwung und vielleicht auch den größten Ehrgeiz.
00:04:04: Schwung ist ein gutes Stichwort – mit viel Schwung geht es jetzt rein in die Episode, liebe Ariane.
00:04:08: Genau genau, Anna erzähle einfach mal... Was hat dich denn damals im PJ oder generell am meisten begeistert?
00:04:16: Oder was war der Moment, wo du dachtest jetzt bin ich Ärztin?
00:04:20: Der Moment, wo ich sagte oder mir dachte, jetzt bin ich Ärztin...
00:04:25: ich glaube auf den warte ich immer noch auch nach dem Berufsstart.
00:04:30: Man trifft zwar Entscheidungen aber für mich war es eher so ein Reinfließen, weil ich ab dem fünften Semester eigentlich gearbeitet habe und klinische Erfahrungen gesammelt habe.
00:04:39: Ich hab im fünften Semester in der Klinik, wo ich jetzt bin angefangen als Hakenhalterin zu arbeiten.
00:04:46: Hab das ein paar Jahre gemacht parallel noch eben in der Hausarztpraxis gearbeitet.
00:04:51: Und es war für mich so ein sehr soften Einstieg.
00:04:54: Im PIJ hatte ich das Glück super viele Ärzte kennenzulernen, die mir ganz viel beigebracht haben und wo ich einfach auch sehr viel übernehmen konnte.
00:05:02: Deswegen wie gesagt war so ein softer Einstieg es gab keinen Moment wo ich sagt Jetzt.
00:05:07: Wie ist das, wenn man jetzt einfach schon im Studium ist und nicht genau weiß okay worauf,
00:05:11: was kommt da auf einen zu?
00:05:13: Wie ist dann die Bewerbungsphase?
00:05:14: Wie ist das PJ aufgebaut?
00:05:15: Kannst du uns da einfach mal ein bisschen auch von deinen Erfahrungen da ein bisschen erzählen?
00:05:20: Also ich habe an der FAU studiert und bei uns gab's kurz vor der Bewerbungsphase,
00:05:25: das ist ein Semester vor dem PJ eine Infoveranstaltung, wo alles nochmal minutiös erklärt wurde.
00:05:32: Das PJ grundsätzlich gliedert sich ja aktuell in drei Teile einen inneren Teil, den Chirurgieteil und ein Wahlfach.
00:05:39: Und das Wahlfach kann man überall machen, wo man möchte, im klinischen Setting und im ambulanten Setting kann man es auch in einer Allgemeinarztpraxis machen.
00:05:50: Der Bewerbungsprozess dazu hast du auch noch gefragt.
00:05:54: Da gibt es ein Portal, und zwar das PJ-Portal, wo man sich anmeldet, wenn man die nötigen Voraussetzungen erfüllt hat.
00:06:01: Also wenn man das M2 bestanden hat, kann man sich anmelden. Es gibt eine regionale Phase, wo man sich an den Lehrkrankenhäusern der Uni bewerben kann und Plätze bekommt.
00:06:12: Und später dann eine nationale Phase, wo man auch an Lehrkrankhäuser anderer Unis gehen kann.
00:06:20: Man sollte sich aber vorher schon mal Gedanken machen, manche Unis machen da nicht mit, zum Beispiel Regensburg, muss man sich initiativ selber bewerben.
00:06:28: Okay, interessant zu wissen, dass man da auch davor sich einfach kurz informieren sollte.
00:06:32: Okay ist das jetzt wirklich wichtig oder im Portal inkludiert?
00:06:36: Und wie ist es aufgebaut?
00:06:37: Das Tertial an sich?
00:06:38: Es hängt ja mal davon ab, ist man in der Klinik oder ambulant in der Klinik.
00:06:44: Ich hatte mein erstes Tertiial in der Inneren.
00:06:47: Ich hatte ein Haus, wo man rotiert hat. Das heißt ich war erst acht Wochen in der Gastroenterologie, dann acht Wochen In der Kardiologie, meine ich.
00:06:57: Und dann war ich für mein Chirurgie-Tertial in einem Haus, wo man die Möglichkeit hatte durch Fünffachgebiete zu routieren.
00:07:08: Also man hat die Viszeralchirurgie, die Unfallchirurgie, die Thorax-Chirurgie, die Gefäßchirugie und die Neurochirurgie sehen können.
00:07:15: Das ist auch ein guter Überblick den du da kriegst.
00:07:19: Genau!
00:07:20: Im Allgemeinenmeidzin-Tertial baut es sich halt auch auf... man lernt erstmal die Praxis kennen und steigt so langsam mit den Aufgaben in den Rängen vor.
00:07:30: Wie ist das so mit dem Mentoring?
00:07:31: Wenn man da als PJ-Student kommt, fühlt man sich dann ein bisschen überfordert und kann dann jemanden, einen Ansprechpartner haben?
00:07:41: Natürlich ist es erstmal wenn man in eine solche Hausarztpraxis reinkommt überfordernd, weil das ist natürlich ein Ort wo ganz viele komplexe Abläufe sind, wo tagtäglich natürlich eine Unmenge von Patienten in der Praxis sind.
00:07:54: Und das wirkt erst mal wie so ein Bahnhof und man hat da wirklich Probleme, sich zu orientieren.
00:08:00: Der Vorteil in der hausärztlichen Praxis für ein PJ ist natürlich, dass man in aller Regel eine sehr gute eins-zu-eins Betreuung hat.
00:08:07: Also die Lehrärztin oder der Lehrarzt machen das ja auch mit einer hohen intrinsischen Motivation und möchten dir ja auch was beibringen und nehmen dich dann da an die Hand.
00:08:18: Ansonsten ist es natürlich jetzt zunehmend auch so, dass alle allgemeinmedizinischen Lehrschule, dies ja glücklicherweise an allen Fakultäten gibt,
00:08:27: dann da auch Begleitstrukturen aufbauen.
00:08:29: Das heißt man kann sich dann immer an Kolleginnen oder Kollegen wenden, wenn's zum Beispiel in der Praxis mal nicht so gut laufen sollte.
00:08:37: Das ist allerdings wirklich eine Ausnahme.
00:08:39: Ich habe das in meiner ganzen Zeit nur einmal erlebt, dass eine PJ-Studentin in der Prraxis dann nicht mehr verbleiben wollte und wir eine andere Praxis suchen mussten.
00:08:48: Ja, das sind auch gute Strukturen
00:08:49: auch im Hintergrund vor allem bei einer Lehrpraxis, die dann auch greifen können sollte irgendwas vorfallen?
00:08:55: Genau
00:08:55: also es gibt natürlich die unterstützenden Strukturen.
00:08:58: Darüber hinaus ist es natürlich auch die Verantwortung der Lehrstühle, dass wenn man Lehrpraxis für das PJ werden möchte, dass man auch richtig darauf vorbereitet wird, qualifiziert wird.
00:09:09: Da gibt es Kriterien, sowohl die didaktischer Natur als auch strukturelle Anforderungen, die erfüllt sein müssen, bevor man überhaupt eine PJ-Studentin bei sich aufnehmen darf.
00:09:18: Okay ja also dann vor allem im ambulanten Setting
00:09:21: ist das dann ganz angenehm?
00:09:23: Ich höre hier ganz interessiert zu!
00:09:25: Das klingt alles total positiv was ihr so erzählt und alles Bestens.
00:09:29: Also können wir die Folge fast schon zum Ende bringen.
00:09:32: Wären da nicht die Ergebnisse des PJ-Barometers 2025, Marco nickt, du kennst wahrscheinlich auch die Ergebnisse, die da raus kamen.
00:09:41: Befragung des Marburger Bundes von aktiven wie ehemaligen PJlern und diese Ergebnisse sind ja jetzt eher nicht so ein Knaller.
00:09:49: Nur sechs Prozent der Befragen haben gesagt, sie fühlten sich gut auf ihr PJ überhaupt vorbereitet.
00:09:54: Der Großteil hat gesagt, sie fühlten sich überhaupt nicht gut vorbereitet auf, das was sie erwartet. Und durch das PJ auf den Berufseinstieg vorbereitet, fühlen sich drei Prozent sehr gut und im Gegenzug dazu 25 Prozent unbefriedigend und 11 Prozent schlecht vorbereitet.
00:10:10: Das klingt ja so als ob das PJ nicht so unbedingt ... jetzt nickt ihr ja!
00:10:14: Also ist doch so!
00:10:16: Was ist jetzt richtig?
00:10:17: Und was
00:10:17: falsch?
00:10:19: Ich muss ehrlich sagen, ich hätte mich nicht sowohl gefühlt im klinischen Setting, hätte ich während des Studiums nicht gearbeitet.
00:10:25: Also man muss einfach was machen, man muss den Patienten-Kontakt suchen.
00:10:29: Man muss sich auch aktiv damit auseinandersetzen.
00:10:33: Was heißt es jetzt ins PJ zu starten?
00:10:36: Sich selber hinsetzen und fragen, was für Erwartungen habe ich und wie kann ich diese erfüllen?
00:10:43: uUnd auch dementsprechend sein Lehrkrankenhaus zu suchen.
00:10:47: Weil natürlich gibt die Seite PJ-Berichte wo man nachlesen kann... die mal mehr, mal weniger aktuell sind.
00:10:55: Ich fand es gut mit Studenten, die ein bisschen älter waren, also aus höheren Semestern, zu reden und zu schauen,
00:11:01: bietet mein Lehrkrankenhaus überhaupt Lehre an oder sitzt man einfach nur in der Ecke?
00:11:06: Weil solche Krankenhäuser gibt es leider auch und leider hängt das auch sehr davon ab, wie motiviert man selber ist und auf welche Ärzte man trifft.
00:11:16: Ich hatte die Erfahrung in einer Abteilung, dass sich wirklich dem Wissen hinterher rennen musste und das habe ich aktiv gemacht, deswegen habe ich da für mich auch was mitgenommen.
00:11:26: Aber ist es einfach zu sagen na gut dann setze ich mich hin und trink halt Kaffee!
00:11:30: Ja ich möchte nochmal ergänzen diese Umfrage ging ja an PJ-Studierende ganz generell, also über alle Fächer hinweg, und deswegen ist natürlich ein Großteil der Antworten schon unter dem Licht des stationären PJs zu betrachten.
00:11:45: Und da ist es natürlich auch so, dass da stationäre Arbeit hochkomplex ist und dass da der Druck und auch Zeitdruck hoch sind.
00:11:54: Deswegen fallen manchmal PJ-Studierende ein bisschen hinten runter.
00:12:01: Es gibt ganz schlechte Situationen wo PJ-Studierende dann sozusagen morgens auf Station kommen und erstmal für die nächsten Stunden abtauchen in Blutentnahmen, weil sie eben erledigt werden müssen Und dann aufgrund des zeitlichen Verzugs, den man vielleicht auch hat weil man noch nicht so routiniert ist, verpasst man die Visite.
00:12:19: Und schon ist wieder der Lernmoment, den ich eigentlich haben könnte an diesem Morgen, vorbei.
00:12:24: Das sind tatsächlich schlechte Strukturen, die sicherlich auch noch vorherrschten.
00:12:30: Generell entwickelt sich das PJ allerdings auch weiter.
00:12:34: Also alle Fakultäten haben schon ein Interesse das zu verbessern, zu strukturieren und auch didaktisch zu unterstützen.
00:12:40: Du hast ja eingangs gesagt, du hast vor zwanzig Jahren ungefähr dein eigenes PJ gemacht.
00:12:45: Ist in diesen zwanzig Jahren da viel passiert
00:12:47: aus deiner Sicht?
00:12:48: Ja denke ich schon!
00:12:49: Also Anna hat es schon angesprochen.
00:12:52: Ich würde jedem, der ins PJ geht, raten man muss auch natürlich etwas einfordern und Eigeninitiative zeigen, dann wird das PJ für einen selbst besser.
00:13:03: Bei mir war es tatsächlich so, ich hatte Interesse.
00:13:05: Und wenn man Interesse zeigt, dann findet man auch immer einen Arzt, eine Ärztin die Lust haben einem etwas beizubringen.
00:13:12: Aber inzwischen haben sich tatsächlich die Strukturen weiterentwickelt.
00:13:15: Also in der Regel ist es vorgeschrieben, dass man überall im Tertial ein sogenanntes Lockbuch hat.
00:13:21: Das heißt da sind ganz klar Lerninhalte aufgeführt, die man damit seinem Lehrarzt dann auch besprechen soll.
00:13:28: Und in der Regel gibt es auch auf den Stationen Assistenzärztinnen und Ärzte, die auch motiviert sind allen da zu unterstützen.
00:13:37: Trotzdem ist man im Krankenhaus eben nur ein kleines Rädchen.
00:13:40: Und deswegen, ich hatte das eingangs auch schon gesagt, es ist ein PJ-Tertial in einer ambulanten Praxis
00:13:46: nochmal was ganz anderes, ein viel engeres Verhältnis, eine eins-zu-eins-Betreuung und aus meiner Sicht auch mit einem höheren Lernerfolg verbunden.
00:13:55: Wir haben jetzt auch viele über die Themen, die im PJ vermittelt werden, gesprochen.
00:13:59: Was sind denn Themen wo wir sagen müssen okay, die müssen wir jetzt einfordern?
00:14:02: Also worauf wir Studierende achten müssen,
00:14:04: okay das ist jetzt essentiell für uns?
00:14:06: Also
00:14:07: für mich war es wichtig im klinischen Setting schon mal zu lernen, worauf muss ich achten in einem Hochprävalenzbereich?
00:14:15: Also wo jeder kommt, der potenziell was hat, weil er schon einmal durch einen Hausarzt gegangen ist.
00:14:20: Wie erkenne ich Red Flags?
00:14:23: Was sind die potenziell schweren Verläufe, die man abwenden könnte.
00:14:26: Genau das war für mich wichtig mitzunehmen.
00:14:29: Für mich war es wichtig mit Ärzten zu reden, die schon länger im Beruf drin sind, ihre Denkstrukturen nachzuvollziehen genau, so ein bisschen zu wissen was sind die Entscheidungsbäume, die mich zu einer Entscheidung Akut-Fall, Nicht-Akut-Fall bringen und dieses Wissen dann auch ins ambulante PJ mitzunehmen, um zu wissen in einem Niedrigprävalenzbereich, dass ich schon mal die Red Flags gesehen habe.
00:14:54: Dass ich schonmal weiß,
00:14:55: wen muss sich jetzt wirklich akut ins Krankenhaus schicken und wo kann ich mir Zeit lassen?
00:15:00: Meine längere Anamnese machen, eine körperliche Untersuchung üben und einfach meine Soft Skills ein bisschen verbessern?
00:15:08: Also auch von der Reihenfolge her, zuerst Klinik würdest du sagen und dann Allgemeinmedizin?
00:15:13: Ich glaube es hat beides Vor- und Nachteile.
00:15:15: Also ich hab's als letztes Terzial gemacht, weil ich mir dachte, ich habe dann schon mal die wirklich akuten Fälle gesehen.
00:15:22: Ich weiß worauf die Ärzte in der Klinik wertlegen und wie von der klinischen Seite her oder aus der stationären Seite her der Weiterbehandlungsplan aussieht.
00:15:35: Und es war schön zu sehen in der Allgemeinarztpraxis, wie wird das tatsächlich umgesetzt?
00:15:42: Es kann aber auch andersherum durchaus sinnvoll sein erst einmal zu schauen im Niedrigprävalenzgebiet, wie siebe ich aus und dann zu schauen, wie man das in die Klinik überträgt.
00:15:53: Wie es jetzt von Seiten der Ärzte, die du schon durchlaufen hast
00:15:56: und auch dann, wie gesagt, doch praktiziert hast.
00:15:58: was findest du essentiell, was wir im PJ mitnehmen sollen?
00:16:02: Das praktische Jahr am Ende des Studiums ist ja die letzte Möglichkeit, wo man alles das, was man dann kurze Zeit später als junge Assistenzärztin benötigt, noch mal erproben kann in einem geschützten Raum.
00:16:14: Und das wäre für mich auch der wichtigste Rat an alle PJ- Studierende.
00:16:19: Nehmt euch das, erprobt euch und lasst euch da hinführen, dass ihr dann einen sicheren Berufseinstieg habt.
00:16:28: Das ist auch das was in der Studie rausgekommen ist – das sind wir noch nicht so gut!
00:16:31: Ich glaube in der Hausarztpraxis, wie ich es erlebt habe, kann ich das bestätigen.
00:16:35: Also das Ziel war 2008 schon, dass ich am Ende des Tertials tatsächlich auch selbstständig eine Sprechsstunde mit Patienten führen konnte.
00:16:45: Natürlich durfte ich im PJ nicht die Therapieentscheidung treffen oder Rezepte unterschreiben, aber ich konnte alles schon so weit vorbereiten dass am Ende mein Lehrarzt nur dazu gekommen ist und wir im kurzen Gespräch geklärt haben, ob das passt.
00:16:58: Das war dann auch später als Lehrarzt mein Ziel, dass ich die Studierenden so an die Hand nehmen kann, so empowern kann, dass sie am Ende des Tertials rausgehen und sagen, hey ich könnte morgen als Assistenzärztin hier in der Praxis anfangen.
00:17:11: Und wenn wir jetzt auf die universitäre Ebene gehen, dann ist es inzwischen schon so, dass wir versuchen über Kompetenzorientierung genau das auch zu unterstützen.
00:17:20: Dass man in jedem Bereich egal ob innere Medizin, Chirurgie oder in einem Wahlfach tatsächlich an der Kompetenz arbeiten kann und die so entwickeln kann, dass der Einstieg ins Berufsleben möglichst weich ist – auch wenn's da noch Potential gibt.
00:17:34: Was sich jedem Student mitgeben kann ist Briefe schreiben.
00:17:38: Es ist zwar eine lästige Arbeit in der Klinik, aber wenn man Briefe schreibt, beschäftigt man sich doch mit dem Fall, auch komplexere Briefe, wo man sich einarbeiten kann.
00:17:48: Es ist so ein Anstoß sich nochmal mit diesem bestimmten Krankheitsbild in die Tiefe zu beschäftigen und man lernt sehr viel dadurch.
00:17:55: Also Einfordern auch dieses die eigenständige Autonomie, vielleicht auch so, kann man sagen so kein Arzt sein mit Stützrädern, aber trotzdem dass man halt dann einen guten Rahmen schafft und Arztbrief schreiben.
00:18:08: Das ist ein Arztbrief, nicht normalen Brief.
00:18:11: Die Frage von mir an die drei Experten, schreibt man den noch selber oder macht es die künstliche Intelligenz inzwischen?
00:18:17: Oder darf man das nicht verraten?
00:18:19: Also aus meinen Erfahrungen aus einem Praktikum schreibt man das noch selber.
00:18:24: Wie war das bei dir im PJ?
00:18:25: Im PJ haben wir die auch selber geschrieben und jetzt als Berufsanfängerin kann ich auch sagen... Ich verwende noch keine Vorlagen!
00:18:32: Ich schreibe meine Briefe wirklich alle von Anfang bis Ende selber.
00:18:36: Ich kann glücklicherweise sagen, ich muss keine Arztbriefe schreiben.
00:18:39: Ja der Vorteil als Professor.
00:18:40: Das stimmt!
00:18:42: Kurz noch mal für dich zum PJ zurück... Wie war das denn auch finanziell für dich?
00:18:47: Weil es ist ja gar nicht so einfach, du arbeitest Vollzeit ein PJ, du vielleicht auch vielleicht auch machst Überstunden und kriegst ja da keine finanzielle Unterstützungen.
00:18:59: Wie hast du das damals gemacht?
00:19:00: Oder wie war das für dich eine Belastung?
00:19:04: Also ich habe ganz viel Glück und war jetzt nicht auf hohe Gehälter angewiesen.
00:19:10: Man bekommt in den meisten Kliniken eine kleine Aufwandseinschädigung, das war okay.
00:19:17: Und fürs ambulante Tertial, was auch ganz toll ist, gab es ja die Förderung von der KVB, die man beantragen konnte, die auch so ein kleines finanzielles Polsterchen war.
00:19:29: Es ist der ideale Übergang jetzt für einen kurzen Werbepart, den ich jetzt hier einbringen werde.
00:19:34: Ihr könnt euch zu dritt völlig entspannen, denn das übernehme ich jetzt... es ist ja ein Podcast der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, deswegen können wir das hier so machen!
00:19:50: Es gibt eine PJ-Förderung in zwei Varianten durch die KVB. Eine Förderung von bis zu 5.200 Euro dann, wenn dort in der Region ein erhöhter Versorgungsbedarf besteht, das heißt es muss eine unterversorgt oder drohend unterversorgte Region in Bayern sein,
00:19:59: dann kann man für das Tertial eben bis zu 5.200 Euro als Förderung erhalten.
00:20:05: Auch Teilzeit kann hier gefördert werden.
00:20:07: Eine Förderung von bis zu 2.600 Euro kann man dann erhalten, wenn die PJ-Lehrpraxis in einem Gebiet mit einem Versorgungsgrad von unter 110 Prozent liegt.
00:20:17: Also nicht gesperrt ist wie man sagt bei 110 Prozent wird ja eine Region gesperrt.
00:20:22: Das alles funktioniert im Rahmen unserer Aktion
00:20:25: PraktischesJa also, nicht Jahr, sondern Ja und alle Informationen dazu findet man bei uns in den Shownotes zu diesem Podcast und natürlich auch auf unsere Internetseite www.kvb.de.
00:20:40: Das war die kurze Werbeeinblendung.
00:20:44: Ihr habt begeistert zu gehört, ist eine gute Sache Marco oder?
00:20:47: Absolut!
00:20:48: Es hat natürlich den Vorteil, dass man den Studierenden das überhaupt ermöglicht weil in der Regel würden wir ja fördern, dass die auch in ländliche Praxen ihr PJ absolvieren und dann sind natürlich Haltekosten der Wohnung am Uni-Standort nötig dazu wahrscheinlich auch noch Fahrtkosten und ähnliches und gegebenenfalls auch noch ne Unterkunft am Ort des PJs, was aber in aller Regel durch die Lehrärzte super unterstützt wird.
00:21:14: Trotzdem ist das natürlich erstmal eine Sorge, die man weniger hat wenn man sich da auf dem Entscheidungsprozess ist.
00:21:19: Könnte es denn dann auch dazu beitragen dass, wenn man das PJ in der Landarztpraxis macht,
00:21:24: dass man dann auch hinterher sagt ich bleib da!
00:21:27: Ich möchte dort dann später nach meinem Studium auch tätig werden?
00:21:31: Also ich glaube es ist erstmal ganz wichtig, dass man erkennt, dass das ärztliche Tätigkeit in einer ländlichen Region nicht des Abnabeln von der Welt ist.
00:21:41: Also ich höre das oft, dass sie dann sagen, oh Gott da ist ja nichts drumrum!
00:21:44: Da gibt es keine Kollegen mit denen man sich austauschen kann.
00:21:47: Und ich bin eigentlich abgeschnitten von guter Medizin.
00:21:50: Das ist eine Erfahrung, die Studierende wenn Sie mal auf dem Land waren nicht mehr sagen, sondern tatsächlich sagen Oh das macht viel mehr Spaß, das Patientenspektrum ist viel breiter und deswegen ist das sicherlich ein wichtiger Incentive, das man setzen kann, um erstmal eine verzerrte Wahrnehmung zu korrigieren.
00:22:10: Ob das dann nachher passiert,
00:22:12: das unterstützen wir natürlich auch mit anderen Instrumenten wie dem BeLa-Programm oder auch in der Weiterbildung.
00:22:17: Das musstest du bitte kurz ausführen, was ist das BeLa-Programm?
00:22:20: Genau also das Gesundheitsministerium Bayern unterstützt ja auch Studierende, wenn sie schon früh den Wunsch haben, dass sie später ländlich arbeiten möchten.
00:22:30: Natürlich am liebsten hausärztlich auf jeden Fall aber vertragsärztlich niedergelassen.
00:22:34: Und an allen Fakultäten kann man dann in die beste Landpartie Allgemeinmedizin, dafür steht BeLa,
00:22:42: aufgenommen werden und bekommt dann sozusagen eine Extrabegleitung und ein Extracurriculum, um auf diese Aufgabe vorzubereiten.
00:22:51: Also auch wenn das nicht von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ist nehmen wir es trotzdem in die Shownotes und verweisen darauf, wen es interessiert findet es ebenfalls bei uns.
00:22:59: Ja, genau.
00:22:59: Ich glaube auch dass man einfach durch verschiedene Stipendien oder das BeLa-Programm oder eben durch die KVB- Unterstützung beruhigt dieses PJ auch starten kann.
00:23:10: Wenn man sich denkt oh Gott wie macht man es denn finanziell?
00:23:12: Weil ich habe auch gehört, dass nicht alle alle Krankenhäuser eben finanzielle Unterstützung anbieten ja.
00:23:18: Ich hake da vielleicht gerade nochmal ein, weil du es gesagt hast Martin, dass es auch in die Shownotes kommt.
00:23:23: Ich glaube das ist auch eine ganz wichtige Info.
00:23:26: Dass hier in Bayern nicht nur die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, oder auch die Ärztekammer,
00:23:30: oder die Lehrstühl für Allgemeinmedizin oder das Gesundheitsministerium oder der Hausärztinnen- und Hausärzteverband irgendetwas anbieten.
00:23:37: Sondern wir sitzen eigentlich zusammen in einem Boot.
00:23:39: Wir sitzen an einem runden Tisch und überlegen, wie jeder aus seiner Perspektive heraus jungen Menschen diese Karriereentscheidung ermöglichen kann und auch dann vereinfachen kann.
00:23:50: Und das ist wirklich toll in Bayern!
00:23:52: Ist
00:23:52: es in anderen Bundesländern nicht der Fall?
00:23:54: Also es ist
00:23:55: zunehmend, gibt es auch andere Bundesländer, die sich stärker zusammenschließen.
00:24:00: Aber tatsächlich kann man schon sagen dass Bayern da ein Vorreiter ist.
00:24:04: Da können wir ja nur sagen aus ganz Deutschland Medizinstudierende kommt nach Bayern zum PJ.
00:24:09: Geht das eigentlich?
00:24:10: Kann man das machen woanders in einem anderen Bundesland studieren und hier das PJ machen?
00:24:14: Anna hat es vorhin schon angesprochen im Rahmen der PJ-Mobilität.
00:24:16: ist das möglich.
00:24:18: Na dann kommen wir bei den Millionen Hörern, die wir erreichen werden,
00:24:21: da könnten sehr viele jetzt herkommen.
00:24:23: Ich hoffe, unsere Fördersummen reichen dann dafür, um das alles zu finanzieren.
00:24:28: Ich hätte gerne auch noch mal gehört vielleicht von euch beiden nochmal intensiver, warum ist so ein PJ in der Praxis,
00:24:35: in der Allgemeinarztpraxis so sinnvoll und wichtig?
00:24:39: Denn auch aus dem PJ-Barometer, Marco du hast es vorher ja eingeordnet wie das zu verstehen ist, kommt ja raus, die dort haben 98 Prozent glaube ich in der Klinik des PJ gemacht, 2 Prozent überhaupt in der Praxis tätig gewesen.
00:24:51: Warum sollten sollte sich dieser Prozentsatz erhöhen?
00:24:54: Also ich hatte in der Hausarztpraxis, wo ich war, nie das Gefühl Wissen hinterherrennen zu müssen.
00:25:01: Ich habe mit meiner Chefin, des ist die Martina, eine ganz tolle Beziehung.
00:25:06: Wir haben uns kollegial ausgetauscht und man wächst mit seinen Aufgaben.
00:25:11: Natürlich fängt man im PJ erst mal klein an, macht erstmal Laboraufgaben, lernt das Team kennen.
00:25:16: Aber das Ziel war es auch für mich irgendwann die Sprechstunde zu übernehmen und dann in Absprache eben mit der Martina Therapie-Entscheidungen zu treffen.
00:25:26: Und sie hat es mir auch immer super erklärt, man hat so eine tolle Betreuung!
00:25:30: Man hat ein Patienten-Kollektiv, das man über ne längere Zeit betreuen kann.
00:25:35: Das hat man ja im stationären Setting nicht.
00:25:37: Man sieht immer nur nen kurzen Abschnitt und ne kurze Episode einer Erkrankung.
00:25:43: Im Hausarztsetting kann man auch Hausbesuche machen was ganz toll ist.
00:25:47: Man lernt die Patienten auf ner ganz anderen Ebene kennen. Deswegen immer gerne ins PJ auch in die Allgemeinmedizin.
00:25:53: Also ich kann es auch nur jedem empfehlen und mit jedem meine ich tatsächlich jedem!
00:25:57: Ich glaube das ist ganz wichtig, dass wenn man das gesamte Studium am Universitätsklinikum hochspezialisierte stationäre Medizin gelernt hat, ist es extrem wichtig auch mal den Blick in die vertragsärztliche Tätigkeit zu haben, weil da natürlich der Großteil der medizinischen Versorgung im Gesundheitswesen stattfindet.
00:26:16: Und deswegen auch, wenn ich Chirurg werden möchte, ist es trotzdem ein wichtiger Einblick zu verstehen was passiert mit meinen Patienten,
00:26:23: wenn ich sie entlasse, wie geht das da weiter?
00:26:25: Für alle die in der vertragtsärztlichen Tätigkeit nachher tätig sein wollen kann ich's auch nur empfehlen, weil man natürlich da schon die Möglichkeit hat die Zusammenhänge und die Abläufe zu erleben und sich damit natürlich auch schon auf seine Facharztweiterbildung vorbereitet.
00:26:42: Und für alle die Hausärzte werden möchten, kann ich es auch nur empfehlen.
00:26:45: Weil das natürlich dann schon den Weg klar macht, dass ich drei Monate oder vier Monate Zeit habe mich jetzt schon mit den Fragestellen auseinandersetzen, die ich danach in der Weiterbildungsrotation ja dann auch vertiefen möchte und da hatte ich dann auch schon eine gute Schnittstelle zum Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin
00:27:02: in Bayern.
00:27:03: Das hast du sehr schön gesagt Marco!
00:27:05: Jetzt als völliger Laie mal gefragt... ich stell mir das so vor, wenn ich im Krankenhaus bin habe ich da lauter Leute um mich herum, lauter erfahrener Ärzte.
00:27:12: Und wenn ich jetzt in eine Einzelpraxis komme, dann hab' ich eine Hausärztin, einen Hausarzt, der wahrscheinlich auch täglich völlig überlastet ist und lauf da als junger PJler mit – ist es nicht zu herausfordernd dann?
00:27:24: Wenn man dann plötzlich auf Patienten losgelassen wird?
00:27:27: Also aus meiner Sicht ist das genau der gewinnbringende Faktor.
00:27:31: Ich hatte's vorher schon angesprochen, du kommst in ein kleines Team, du wirst sehr schnell freundlich aufgenommen und du hast jetzt nicht unglaublich viele Gesichter, die du noch nicht zuordnen kannst.
00:27:41: Am Anfang ist die Arbeit natürlich auch überfordernd und herausfordernd, aber man wird ja Schritt für Schritt herangeführt.
00:27:48: Und es ist ein total tolles Erfolgserlebnis aus meiner Sicht wenn man am Ende der Zeit in der Praxis dann zurückblickt und sagt, und schau mal jetzt habe ich es erreicht, dass ich meine eigene Sprechstunde führen kann.
00:27:59: Ich habe keine Sorge mehr auf Patienten zuzugehen.
00:28:02: Ich hab auch schon eine Idee wie deren Gesundheitsberatung oder Therapie aussehen kann und ich spüre sozusagen die ärztliche Arbeit in mir.
00:28:10: Also ich spüre die Verantwortung und was es bedeutet den Patient vor mir sitzen zu haben, mit ihm zu besprechen wie's weitergeht und ihn dann auch wieder in seine Häuslichkeit so entlassen.
00:28:21: Und das ist ja eine total große Herausforderung, weil im Krankenhaus liegen die da noch und wenn ich was vergessen habe dann kann ich es vielleicht nochmal nachlesen.
00:28:27: Das geht in der Hausarztspraxis seltener.
00:28:31: Kann nicht nur zustimmen.
00:28:33: Also es ist einfach ein familiäres Umfeld und es ist ja nicht so als würde man am ersten Tag ankommen und dann würde man gesagt bekommen, jetzt ist es dein Patient entscheide, sondern es ist wirklich eine graduierte Heranführung an die Arbeiten, was meine Chefin und ich gemacht haben,
00:28:51: das war ganz toll!
00:28:53: Die ersten Patienten, die ich untersucht habe, da haben wir einfach einen Rollenwechsel gemacht.
00:28:57: Und sie hat sich auf den PJ-Stuhl gesetzt und hat mir zugeschaut wie ich die Sprechstunde mache.
00:29:03: Und erst als sie sich sicher war, ich schaff das, hat sie mich auch wirklich bestärkt mach es.
00:29:08: Geh untersuch vor und wir besprechen das danach.
00:29:12: Wir haben immer alles nachbesprochen.
00:29:15: Und es war immer ein kollegialer und sehr warme Austausch, der in den Kliniken manchmal ein bisschen zu kurz kommt.
00:29:23: Und deswegen war es einfach eine super schöne Zeit!
00:29:26: Ariane's Augen strahlen.
00:29:28: Sie freut sich jetzt schon auf ihr PJ in der Praxis?
00:29:31: Ja genau also ich höre auch ganz gespannt die ganze Zeit zu, was ihr alles zu berichten habt vor allem im ambulanten Setting, dass ja für viele Studierende ist es ja auch so eine Hürde die man hat oder also die man sich vorstellt, wenn man da ins PJ startet und einfach auf sich alleine gestellt ist.
00:29:47: Und wenn man das jetzt so zuhört dann hat man das Gefühl, okay es ist zwar herausfordernd und natürlich soll's auch herausfordernd sein aber... es ist machbar und es ist handelbar und man kann wenn man sich interessiert oder wenn man einfach sich auch einsetzt auch gute Lehre bekommen und auch gut angelernt werden.
00:30:03: Das finde ich gerade sehr positiv, dass wir die Erfahrungsberichte auch hören dürfen, dass es herausfordernd ist aber ja der Persönlichkeitsentwicklung auch immense Sprünge auch dann zu sehen ist.
00:30:16: Hat
00:30:16: jemand von euch noch einen wichtigen inhaltlichen Punkt, den wir noch einbringen sollten?
00:30:22: Denn sonst seid ihr jetzt dran euer Fazit zu ziehen in dieser Runde.
00:30:26: Vielleicht noch eine kleine Ergänzung.
00:30:27: Ich hatte vorher schon kurz angedeutet. Das ist, glaube ich eine wichtige Information.
00:30:31: Die Allgemeinmedizin ist das einzige Fach bisher in Deutschland, dass tatsächlich dann den direkten Anschluss nach dem PJ in Kompetenzzentren an allen KV-Bezirken liefern kann.
00:30:42: Das heißt auch in der Weiterbildung wird man nicht allein gelassen, sondern weiterhin an die Hand genommen und begleitet bis man sicher ein Facharzt oder in der Niederlassung ist.
00:30:51: Ein wertvoller Hinweis!
00:30:53: Sehr gut.
00:30:53: Und jetzt bitte Marco dein Fazit von dieser Runde hier.
00:30:57: Das war total nett, mal wieder darüber zu sprechen.
00:30:59: Hat viele Erinnerungen wieder wachgerufen und bestärkt mich
00:31:03: natürlich, macht auf jeden Fall ein PJ in der vertragsärztlichen Bereich, im ambulanten Bereich, am besten natürlich in der Allgemeinmedizin, weil es das schönste Fach der Welt ist.
00:31:14: Anna was hast du gedacht über den
00:31:15: Podcast?
00:31:17: Mein Fazit ist, ich hoffe, dass alle die das hören, vielleicht ein kleines bisschen mehr Motivation haben in die Allgemeinmedizin reinzuschnuppern.
00:31:25: Weil ich denke jeder Arzt, egal was man macht und welches Fachgebiet man sich aussucht sollte mal gesehen haben, wie die ambulante Weiterversorgung der Patienten, die man fachärztlich betreut, abläuft.
00:31:39: Ja das stimmt. Auch mein Fazit ist, dass sowohl Klinik als auch Allgemeinmedizin, dass da auch so Sicherheitsnetze gibt und dass man ja auch für sich selber einstehen darf.
00:31:49: Ja, das ist einfach eine tolle Erfahrung ist
00:31:51: das PJ, dass man da keine Angst vor haben soll und auch im Nachhinein gibt es ja auch Sicherheitsnetze wie der Marco gerade gesagt hat.
00:32:01: Man muss sich vergegenwärtigen, man muss nicht als fertige Ärztin daraus gehen sondern man kann die Entwicklung später weiter machen,
00:32:06: aber das ist ein guter Start auf jeden Fall in die Praxis.
00:32:10: Und was ich schön zu hören finde ist, dass wir in Bayern hier sympathische Ärztinnen haben,
00:32:14: sympathische Professoren hier!
00:32:15: Es lohnt sich also nach Bayern zu kommen, wenn man Medizin studieren möchte und natürlich auch wenn man hinterher dann auch mal in der Praxis tätig sein möchte.
00:32:23: Ganz herzlichen Dank Anna, dass du heute hier warst und herzlichen Dank an dich Marco
00:32:28: natürlich.
00:32:29: Gerne
00:32:29: Genau und danke dir auch Martin.
00:32:31: Ja aber du bist für Schlusswort jetzt zuständig Ariane.
00:32:35: Ich hoffe es hat euch allen gefallen und hört gerne noch weiter rein.
00:32:39: Es kommen noch ganz spannende Podcastfolgen die nächsten Monaten und genau, wir hören
00:32:58: uns!
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